ZEITREISE

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ZEITREISEN

Ich reise. In äußeren und inneren Welten. Insbesondere auch in letzteren bin ich zur Zeit intensiv „unterwegs“.

UND es gibt keinen Unterschied – keine Trennung – zwischen einer „inneren“ und einer „äußeren“ Welt: es gibt nur die Erfahrungsebene „ich“, auf der ich es halt so erlebe. 🙂

Ich reise durch die Vergangenheit der Maya-Kultur und schaue dabei auf die Bilder, die in mir auftauchen. Sich spiegeln.

Interessanterweise stehe ich vor diesen alten Steinen, in diesen alten Siedlungen und … fühle NICHTS.

Ich meine…intellektuell finde ich alles super spannend und die Ayna (die INA!), die doch so wissbegierig und interessiert an Allem ist, ist BEGEISTERT!

Und doch: mein Herz klopft nicht anders, als sonst.

Besonders während meines Ausfluges nach UXMAL, konnte ich diesen Kontrast noch einmal eindrücklich wahrnehmen…

 

UXMAL…

ist eine der bedeutendsten Maya-Stätten überhaupt. Es sind dort mehrere Pyramiden und pyramidenähnliche Gebäude (z.B. den Gouverneurspalast) zu bewundern. Die große Pyramide ist dem Regengott „Chaac“ gewidmet. Was auch immer in der „Pyramide des Zauberers“ einst stattfand, mich hat die „Casa de las tortugas“ doch sehr angesprochen!

Seit meiner ersten persönlichen Begegnung mit den grünen Meeresschildkröten, diesen uralten Wesen (2016 auf Maui), „begegnen“ sie mir immer wieder. In der einen und anderen Form…
So zeigte mir 2019 auf Kaua’i ein Verkäufer am Tresen eines kleinen Ladens, wo ich Sonnenschutz kaufen wollte, ein Armband mit einer Schildkröte . Einer „HONU“ (hawaiianisch: die grüne Meeresschildkröte). Das trage ich seither Tag und Nacht.

In MERIDA, der Hauptstadt des Bundesstaates Yucatan, habe ich etwas anderes entdeckt: einen schönen Anhänger aus weißer, mexikanischer Jade.
Im Rahmen des Verkaufsgespräch wurde mir dann eröffnet, dass ich eine besonders leuchtende, weiße Energie besitzen würde und eigentlich nicht unbedingt einen Schutzstein bräuchte. Aber natürlich ist so ein Stück Jade trotzdem wichtig, um das „zu viele Denken“ aufzunehmen. Alle 21 Tage kann ich den Jadestein dann davon einfach reinigen und „Eh Voila!“: so ist das Leben viel leichter!

Ich war einfach ganz entzückt von diesem jungen, sehr ernsten Mann, dessen Vater ein angesehener Schamane ist.
Dann fragte er noch, ob er mir heraussuchen solle, welches mein astrologisches Maya Zeichen sei.

Das war dann schnell getan: KAWOQ. Die Schildkröte…

Vermutlich habe ich am Ende aus Sicht der Vernunft „zu viel“ bezahlt für meinen Jadeanhänger…
UND: ich habe bezahlt, was mir diese Erfahrung und dieser Stein WERT ist. 🙂

 

Doch zurück zum Schildkrötenhaus in UXMAL…

 

Dieses Haus mit seinen Schildkrötenverzierungen liegt an einem großen Platz, der übersetzt „Nonnenviereck“ heißt. Die Spanischen Eroberer haben diesen Namen hier vergeben, weil sie sich an ein Nonnenkloster erinnert fühlten…

Es waren an diesem Tag zum Glück nur sehr wenige Menschen in UXMAL unterwegs und plötzlich sehe ich in der Ferne eine Frau in einem Maya Gewand und: mit offenen, langen, blonden Haaren.

Ich wusste sofort: DIE kenne ich!

Als ich weiter in ihre Richtung schlendere, höre ich, dass sie mit einer kleinen, deutschen Reisegruppe unterwegs ist.

Ich überlege krampfhaft, woher ich sie kenne und wie noch ihr Name war?

Sie hat mich auch bemerkt und lächelt.

Dann gibt sie ihrer Reisegruppe Zeit alleine über den Platz zu wandern und ich spreche sie an. Ich entschuldige mich, weil ich sie bestimmt ein wenig unhöflich angestarrt hatte und erkläre, warum.

Sie sagt, sie hätte mich ebenfalls sofort gesehen, weil mein Haar so leuchtet und schon vermutet, dass ich auch Deutsche sei.

To make a long story short: wir sind uns beide einig, dass wir uns schon einmal irgendwo in diesem Leben begegnet sind. Wir können auch gemeinsam nicht herauszufinden, wann und wo das gewesen sein könnte…UND es gelingt uns beiden auch das einfach so stehen zu lassen und uns zu freuen, dass wir uns begegnet sind. Denn mein Herz KLOPFT….Auf diese besonderer Weise.

Nach einem gar nicht langen Gespräch und intensivem Austausch (wohl auf allen möglichen Ebenen…) verabschiede ich mich, denn unser Reiseleiter winkt schon aufgeregt in meine Richtung. Da geht es jetzt, was die Pünktlichkeit angeht, um meinen guten Ruf, nicht wahr?! Schließlich nimmt er an, dass seine Anforderung an Pünktlichkeit für MICH kein Problem sei, sondern nur für seine Mexikanischen Teilnehmer…

Wenn DAS man stimmt!

Auch wenn heute in UXMAL nur wenige Menschen unterwegs waren: im 8.-10. Jahrhundert haben hier immerhin 40.-45.000 Menschen gelebt. Der Großteil der ehemaligen Stadt liegt bis heute im umliegenden Dschungel verborgen.

Ein weiterer Programmpunkt unseres Ausflugs ist das Schwimmen in einer

 

CENOTE

Cenoten sind mit Süßwasser gefüllte Höhlen, die Teil eines unterirdischen Fluss und Höhlensystems sind. Spannend für Taucher und romantisch-schön für Schwimmer.
Manche der Cenoten sind von Felsen und wildem Dschungelgrün umgebene Wasserlöcher und andere befinden sich mehr oder weniger unterirdisch in Höhlen.

Nun ist es aber auch nicht so ganz einfach, dort einfach mal ins Wasser zu gehen.

Eintritt ist gefordert und die Höhe unterliegt derzeit einer unglaublichen „Inflation“. Teilweise steigen die Preise von Woche zu Woche. Vielleicht ist die „Preisgestaltung“ auch abhängig von der Besucheranzahl? Es gibt mittlerweile Cenoten, zu denen umgerechnet 25 € und mehr Eintrittsgeld verlangt wird…

Die Cenote, die ich mit meiner Reisegruppe besucht habe, wird von einer kleinen, lokalen Kooperative betrieben und das Eintrittsgeld von umgerechnet knapp 5 € habe ich sehr gerne bezahlt.

Dann bist du also „drinnen“. Auf dem Gelände. Und es folgen strenge Verhaltensanweisungen.
Erst duschen und dann zwingend! die Schwimmweste anlegen.

Eine alte Frau sitzt gemütlich in einem weißen Plastikstuhl und schaut uns freundlich entgegen, als wir – umgekleidet, frisch geduscht! und mit Schwimmweste – angetrabt kommen. Sie verteilt aus dem Körbchen, das sie auf dem Schoß hat, Schlüssel für Holzkästen, in die wir unserer Rücksäcke, Taschen etc. dann einschließen.

Am Eingang zur Höhle steht ein alter Mann, der sehr gewissenhaft mit Strichen auf einem Zettel vermerkt, wie viele Menschen gerade die die Treppen hinabsteigen und vermutlich auch, wie viele wieder herauskommen? Allerdings war er schon wieder weg, als ich wieder herauskam…

In der Höhle legen wir unsere Schwimmwesten dann beiseite 😉 und genießen, das angenehm kühle und samtweiche Wasser. Unter mir schimmert es in allen Blautönen und die Geräusche sind … irgendwie „besonders“. Bzw. die Atmosphäre insgesamt ist irgendwie…na,ja: „besonders“ halt!

Auch hier sind wir fast alleine und die Stimmung ist …irgendwie…nein!… nicht „besonders“, sondern tatsächlich ein bisschen ehrfürchtig :-).

 

Später habe ich noch in einem sehr schön angelegten Museum ganz viel über Kakao gelernt und sogar einer Kakao Zeremonie beigewohnt:

 

 

Und am Abend war ich in jeder Hinsicht „voll“ und erfüllt.

 

Und Morgen beginnt – wie an jedem neuen Tag – ja schon die nächste Reise…

Mein Leben liebt mich!

DAS EINFACHE LEBEN…

DAS EINFACHE LEBEN…

 

DAS EINFACHE LEBEN…

 

Es ist ein einfaches und ruhiges Leben, dass sich für mich entfaltet.
Hier in EL CUYO.

Ich schlafe, bis ich wach werde…(ACHTUNG: LUXUS!!! :-))…und öffne die Tür zur Terrasse.
Vom Bett aus schaue ich zu, wie es draußen richtig hell wird.

Das Meer rauscht direkt in mein Bett und wenn auch der Wind noch auffrischt, denke ich manchmal: es ist ja eigentlich laut! Und es ist UNENTWEGT laut…hier am Strand.

Wahrscheinlich wird mir dieses Geräusch aber fehlen, wenn ich wieder in einem anderen Meer, dem Häusermeer bin und statt des Windes wieder brausenden Verkehr höre.

Kaffee muss sein zum Aufstehen. VIEL Kaffee, aber schön dünn. So, mag ich ihn…
Ich schreibe dann entweder 2-3 Stunden (wenn ich viel aus der Nacht mitgebracht habe), oder gehe an den Strand, um zugucken was das Meer dazu zu sagen hat.

Und vielleicht komme ich ja doch noch irgendwann am Ende des Strandes an. 🙂

 

Ich sitze auf der Terrasse…

…und tippsel auf meinem Notebook so vor mich hin. Hin und wieder ich am späten Vormittag habe auch Zoom Calls, denn in Deutschland ist es ja schon Abend.

Mittags gehe ich meistens in ein Restaurant oder Cafe. Es gibt wirklich erstklassiges Essen hier in diesem kleinen, gemütlichen Ort! Die Auswahl an Gerichten ist vergleichsweise klein und auch dazu passend gibt es meist nur wenige Gäste. Aber alles ist super frisch und wirklich hervorragend!

Manchmal koche ich etwas für mich.

Ja, und was soll ich sagen: danach bin ich müde! 🙂

Entweder laufe ich noch ein bisschen durch den Ort und am Strand zurück, oder ich mach mich auf einer Liege lang und dort auch gerne ein kleines Schläfchen.

 

In EL CUYO gibt es…

…viele kleine, ganz einfache und dunkle „Tienditas“ zum Einkaufen
…ein Geschäftchen, an dem ein paar Kleidungsstücke draußen am Fenstergitter hängen
…zwei Bäckereien, in denen die Brote (eine Sorte) praktischerweise gleich direkt auf dem Verkaufstresen liegen und
…zwei „Farmacias“, die auch „Tienditas“ sind…SEHR interessante Mischung!

Abgesehen davon, dass du hier in einer Farmacia gefühlt sämtliche in Deutschland verschreibungspflichtigen (oder sogar verbotenen) Arzneimittel kaufen kannst, darf auch keiner dazu noch fachkundige Beratung erwarten. Wobei das in größeren Städten vielleicht auch anders ist.

Hier habe ich jedoch einfach nur Magnesium kaufen wollen. Es gab nur Magnesiumoxid als Gel, oder Pulver. Da das nicht besonders gut aufgenommen werden kann vom Körper, dachte ich „Okay, ich nehme die Tabletten, die sie mir gezeigt haben. Irgendwas mit „Magnesio“ halt. Waren auch ganz billig.

Wieder zurück auf meiner Terrasse habe ich mir dann in Ruhe angesehen, was da so drin ist: in den Tabletten. Denn irgendwie kannte ich den Stoff gar nicht, der da mit dem Magnesium zusammen kam. Nach kurzer Recherche im Netz stellte ich fest, dass es sich um ein Antiepileptikum handelt. Okay, ich habe ja manchmal Krämpfe in den Waden…aber DAS wollte ich denn doch nicht nehmen!!!

Wenn ich also gerade keine wilden Medikamentenexperimente mache, lauf ich vielleicht schon wieder am Strand lang…

 

Das Verhältnis von Hunden zu Menschen…

…könnte hier wohl beinahe 1:1 sein. 🙂

Viele der Hunde sind Straßenhunde und ich habe auch schon 2-3 Freunde gewonnen, die mich dann am Strand begleiten, oder im Dorf.

Vor dem Haus eines Österreichers, den ich hier getroffen habe hat eine hübsche, weiße Hündin vor 3 Monaten 9!!! Junge geworfen. So unverhofft zum Patenonkel geworden hat er noch immer 5 Hunde jetzt, die er betreut. Zwei sind leider gestorben zwischenzeitlich und zwei von Mexikanischen Familien jeweils adoptiert.
Da gibt es eine schwarze „Negrita“…also…DIE hat es mir angetan! Und die Liebe beruht durchs auf Gegenseitigkeit. Ich glaube, wenn ich hier dauerhaft leben würde, würde sie zu mir umziehen.

Auch mit den Nachbarn, oder in Restaurants und Geschäften halte ich immer mal einen kleinen Schnack. Viele Einheimischen strahlen und freuen sich, wenn sie mich wieder erkennen, weil ich zum wiederholten Mal zum Essen, oder auch Einkaufen komme.

 

Mit den Nachbarn…

…im Haus hatte ich nicht mehr so ein Glück, seit diese wirklich entzückende, kleine Schweizer Familie abgereist ist.

Entweder Mexikaner, oder jetzt bis gestern eine amerikanische Familie, die eher aufdringlich und laut war.

Ja, und manche einheimische Nachbarn haben mich auch angesprochen, woher ich denn käme und wie lange ich wohl bleiben werde? Und einer wollte wissen (wir sprachen englisch!), warum ausgerechnet so viele Deutsche hierher kämen! Und seit 3 Wochen auch immer mehr Österreicher???

Und immer werde ich gefragt, ob es nicht SCHÖN hier sei.
Letzteres kann ich nur aus ganzem Herzen bestätigen.

 

Ich nenne es ein „einfaches Leben“…

…weil ich erlebe, wie wenig ich eigentlich brauche für ein zufriedenen und gutes Leben.
Ich bin ja ohnehin nur mit Handgepäck unterwegs, aber auch das Köfferchen steht fast unangetastet im Zimmer.
Ich brauche nur meinen Bikini, einen Rock, ein t-Shirt und das Sarong-Tuch aus Hawaii. Ah, ja und Flipflops.
Wenn etwas verschwitzt ist, nehme ich es mit unter die Dusche und wasche die Teile kurz mit.
In meiner kleinen Casa gibt es alles, was ich brauche und das in absolut einfachem Standard.
Ich hatte ja schon einmal mein „Kinderhaus-Feeling“ beschrieben, nicht wahr?  🙂

Die Einheimischen leben hier z.T. in Häusern, die würde man in Deutschland Bauruinen nennen. Da flattert die bunte Wäsche im Garten und vor diesem Haus sitzt eine Familie mit 4 Kindern um einen billigen Plastiktisch herum und isst zu Mittag. Vom Nachbarn wehen Fetzen Mexikanischer Rhythmen herüber. Zwei Hunde liegen mitten auf der Straße und schlafen so tief und fest, dass ich im Bogen um sie herum laufe, ohne dass da auch nur eine Ohrspitze zuckt.

Nicht nur die Hunde…

…auch die Menschen scheinen Zeit zu haben. Sind entspannt.
Es gibt seeehr wenig Verkehr.

Nachbarn sitzen zusammen und lachen, Kinder tollen zusammen über den Platz und üben Baseball mit einem einfachen Stock und einem kleinen Kinderball.

Es wirkt so friedvoll.

Ich meine, vielleicht IST es das nicht. Ich kenne ja nicht die Sorgen und Nöte der Menschen, die ich beobachte und kann nur wahrnehmen, wie es sich anfühlt.

Aber in meiner, materiell so viel reicheren Welt, haben die Menschen auch Sorgen und Nöte. Sind gestresst und aus den vielfältigsten Gründen ängstlich.

Sind wir „Reichen“ glücklicher sind???
Jedenfalls spüre ich hier eine Einfachheit in meinem Leben, die mich total entspannt.
Die mich Mensch-Sein anders fühlen lässt.
Verbundenheit mit Mutter Erde, Natur und allen Menschen, Hunden und überhaupt allen Wesen.
Und ich denke auch nicht zum ersten Mal gerade JETZT auch an Moloka’i.
Da „ticken die Uhren“ so ähnlich. Und auch noch ein bisschen anders

Ich werde das alles mit mir nehmen, wenn ich weiterreise.

Jetzt ist es 18 Uhr und die Sonne untergegangen. Leider muss ich Abends drinnen sitzen, sonst fressen mich die Moskitos auf bzw. bin ich gar nicht ganz sicher: Es gibt hier vielleicht auch kleine Fliegen, die einfach beißen. Schön ist ja beides nicht…

Und so sitze ich am Küchentisch und…tippsel noch ein bisschen.

Bis ich nicht mehr mag.  

Dann wartet mein neues Buch auf mich.

Ein großes Dankeschön an dieser Stelle mal an den Erfinder der „Kindle“-App! 🙂

So kann ich auf dem Handy oder/ und Notebook ganz „leichtgewichtig“ alles lesen, was Herz, Seele, Geist und ja doch auch: den Intellekt erfreut…

 

Und wie schön..morgen ist ja ein neuer Tag.

 

EIN MONAT MEXIKO

EIN MONAT MEXIKO

Ein Monat Mexiko…

Kennst Du das?

Die ersten Tage an einem fremden Ort, in einem fremden Land. Die ersten Tage in einer neuen Firma usw….
Alles ist neu und aufregend. Du tust ganz viele Dinge zum ersten Mal an diesem Ort und vielleicht sogar in Deinem Leben.

Zeit. Was IST Zeit?

Auf jeden Fall vergeht „Zeit“ immer „anders“ in diesen besonderen Momenten des Lebens.

Ich erinnere mich noch, als ich wenige Stunden, nachdem ich mein erstes Kind zur Welt gebracht hatte, mit dem Kind im Auto saß und durch die Windschutzscheibe die Welt betrachtete. Ich war tatsächlich ein bisschen fassungslos, weil die Menschen einfach wie immer zur Arbeit oder sonst wohin unterwegs waren…MEINE Zeit, mein Zeitgefühl war das von einem ganz anderen Stern.

Je mehr ein (neuer) Alltag Einzug hält und (neue) Gewohnheiten dann wieder das Leben bestimmen, desto schneller scheint auch die Zeit wieder zu vergehen.

Ja und in diesem Sinne blicke ich zurück auf einen ganzen Monat hier in Mexiko und bin erstaunt.
(Ich liebe es übrigens erstaunt zu sein. Hatte ich das eigentlich schon erwähnt??? 🙂

NATÜRLICH hatte ich irgendwelche Vorstellungen, Wünsche und Erwartungen…

Ich nehme sie wahr und bin dann ganz gut in der Lage, die tatsächliche Situation einfach so zu erleben.
Ohne viel zu vergleichen, zu bewerten o.ä.

Ach, ja…ich bin ja ganz sicher: mein Leben liebt mich! 🙂

 

Wie erlebte ich denn nun Mexiko, Land und Leute in meinem ersten Monat hier?

 

Gestartet bin ich sozusagen auf dem „Touri-Treck“: CANCUN, PLAYA DEL CARMEN, TULUM, ISLA MUJERES.

Und den ersten Menschen, Orten, Landschaften bin ich als Touristin begegnet bzw. wurde ich so gesehen.
Und das bedeutet ganz eindeutig: ich wurde als „Einnahmequelle“ betrachtet und das war’s.

                                    

Vor jedem Geschäft stehen…also in Hamburg heißen sie „Koberer“… die Türsteher, die versuchen zahlende Kundschaft ins Geschäft/ Restaurant hineinzulocken.
Und wenn Du 10 mal in 5 Min. am gleichen Laden vorbeigehst: sie sprechen Dich JEDESMAL an…

Womit ich eigentlich auch gleich beim nächsten Punkt bin: die Preise grenzen teilweise ans Unverschämte.

Auf der anderen Seite: wann immer ich jemanden ansprach und um Hilfe bat, waren alle geduldig, zgewand und freundlich. Es scheint, als freuen die Menschen sich, wenn ich mich mit meinem Spanisch so anstrenge und bemühe…
Wahrscheinlich habe ich dabei intuitiv auch immer Menschen angesprochen, die entsprechend offen waren.

Umwerfend auf jeden Fall ist das jadegrüne bis türkisfarbene Meer, der feine Sandstrand überall und – dort, wo es Gelegenheit dazu hat – das üppige Dschungelgrün.

Ach, ja…an der „Maya Riviera“ ist übrigens gerade Nebensaison und ich mag  mir gar nicht ausmalen, was hier in der Hochsaison so los ist!!

…und noch ein Strand?

knapp zwei Wochen bin ich nun ganz im Norden von Yucatan. Ungefähr dort, wo sich der Golf von Mexico zum Atlantik ganz öffnet.

In El Cuyo.

Ein kleines Fischerdorf auf einer Sand-Halbinsel.

Lange, ziemlich leere Strände.

Ich glaube, die einzige Straße, die asphaltiert ist, ist die Hauptstraße, die über den
Damm in den Ort hineinführt.
Ansonsten: Sandpiste.

Ich bin nicht sicher, ob es eine Tankstelle gibt? Einen Geldautomaten jedenfalls hat dieses Örtchen nicht.

Dafür eine „Pescaderia“, wo ich zögerlich am Wohnzimmer anklopfe und höflich frage, ob denn offen sei?
Wenn dann „Si, si!“ geantwortet wird, darfst ich sagen, was ich möchte und schon sitze ich draußen vor einem frischzubereiteten, MEGA Ceviche-Berg auf meinem Teller und kann mein Glück kaum fassen!!!

Es gibt keinen Supermarkt, aber eine beachtliche Anzahl (für den kleinen Ort!) von gaaanz kleinen Mini-„Tiendas“, zwei oder drei Bäckereien, einen Schlachter und zwei „Frutas y Verduras“…

Nun ja…jeder Laden hat im Grunde genau die gleichen Dosen etc. stehen.

Das Gemüse und Obst ist keinesfalls „EU-konform“ und seeehr geschmackvoll und lecker.

ich habe schon „Tomatillos“ probiert: grüne Tomaten und ein Gemüse, dessen Namen ich schon wieder vergessen habe. Es ähnelt einer Birne und wird wie Kürbis verwendet.

Es ist hier in den Geschäften ziemlich dunkel…keine Beleuchtung innen, in den eigentlich nur Kiosk großen Verkaufsstellen.
Auf einem meiner ersten Einkaufs-Fischzüge schlendere ich also konzentriert an den 1-2 Regalen entlang (Achtung! Sonnenbrille abnehmen! :-))) und bin auf der Suche nach einer kleinen Flasche Olivenöl.
Als ich das Regal ganz innenliegend umrunde, stehe ich auf einmal mitten im Familienmittagsessen.
Mehrere Erwachsene und Kinder sitzen rund um einen Plastik-Campingtisch.

Ich habe mich ziemlich erschrocken und dachte im ersten Moment, ich sei „falsch abgebogen“ irgendwo und in die Privaträume geraten. Ich habe mich entschuldigt und wurde daraufhin kurz irritiert bestaunt und dann ließ man sich einfach nicht weiter stören…

Das Olivenöl befand sich dann tatsächlich genau im Rücken der Großmutter(?) und sie drehte ihren Stuhl einfch ein bisschen, um mir noch Tipps zu geben, welches das Beste sei. Es war NICHT das Teuerste…

Bei einem anderen Einkauf hatte ich eigentlich nicht die richtigen Tortillachips gefunden und mich dann für eine andere Sorte entschieden. Irgendwie hatte die Frau des Ladeninhabers das wahrgenommen und pflugs kam sie herum um den Verkaufsthresen. Sie rief: „No-no!“ und zog mich quer durch den Laden zu einem weiteren Regal mit Tortillachips. Sie war dann genauso happy, wie ich, als ich dort meine Lieblingssorte wiederfand!!!

        

 

 

…und dann kam ein Pulpo…

Nein, der Pulpo begegnete mir nicht beim Schwimmen.

Er wurde mir auf einem großen Brett, zusammen mit kleinen, gesalzenen Kartöffelchen und einem gemischten Salat „dargebracht“. Also…der Pulpo…im GANZEN.
Ich musste sofort an diesen großartigen Film „Die Krake – mein Lehrer“ denken und mein Appetit war schlagartig verflogen.

Ich habe ein bisschen Anlauf genommen und zwischendurch immer mal wieder den Schwur geleistet, dass ich NIE WIEDER in meinem Leben Pulpo essen werde.

Es hat am Ende einfach nur GROSSARTIG geschmeckt.
Und dieses Gefühl: „DAS solltest Du nicht essen!“ ist – zumindest bis heute – geblieben.

    

Am nächsten Tag habe ich das Cafe NAIA entdeckt und den spontanen Beschluss gefasst, mich hier einmal durch die gesamte (nicht sehr große) Speisekarte zu futtern.

Ich arbeite dran. 🙂

Das Schönste aber ist:

                        

Einkaufen und Essengehen macht hier auch noch Spass, wenn die Rechnung kommt!

 

Es ist seeehr ruhig und die Menschen – besonders bei den Jugendlichen fällt mir das auf! – sehr höflich.

Es sind Reisende hier unterwegs. Wie ich halt…und es leben auch etliche Ausländern hier.

Vorgestern sprach mich ein Mexikaner an, nachdem wir uns im Vorbeigehen (wie üblich) mit „Buon Dia“ gegrüßt hatten, ob ich nicht auch Deutsche sei?
Er fragte dann (auf Englisch), warum denn so viele Deutsche gerade hierher kommen würden? Wie ich denn hierher gefunden hätte?
Ich konnte ihm ja nur von MIR und meinem Weg erzählen und hatte keine allgemeine Antwort auf seine Frage . Er sagte, dass in den letzten Wchen immer mehr Deutsche und auch Österreicher hier ankommen würden.

Interessant…

Ja, und am gleichen Abend dann habe ich ein Auto mit deutschem Kennzeichen hier gesehen…und gestern beim Lunch einen Österreicher getroffen, der schon seit März hier lebt.

Ich kann das gut verstehen und überlege, ob ich im Februar 2022 vielleicht nocheinmal für eine Woche hier er komme…

Aber  das ist ja noch soooo lange hin!

Jedenfalls von HEUTE aus betrachtet :-)))