DAS EINFACHE LEBEN…

 

Es ist ein einfaches und ruhiges Leben, dass sich für mich entfaltet.
Hier in EL CUYO.

Ich schlafe, bis ich wach werde…(ACHTUNG: LUXUS!!! :-))…und öffne die Tür zur Terrasse.
Vom Bett aus schaue ich zu, wie es draußen richtig hell wird.

Das Meer rauscht direkt in mein Bett und wenn auch der Wind noch auffrischt, denke ich manchmal: es ist ja eigentlich laut! Und es ist UNENTWEGT laut…hier am Strand.

Wahrscheinlich wird mir dieses Geräusch aber fehlen, wenn ich wieder in einem anderen Meer, dem Häusermeer bin und statt des Windes wieder brausenden Verkehr höre.

Kaffee muss sein zum Aufstehen. VIEL Kaffee, aber schön dünn. So, mag ich ihn…
Ich schreibe dann entweder 2-3 Stunden (wenn ich viel aus der Nacht mitgebracht habe), oder gehe an den Strand, um zugucken was das Meer dazu zu sagen hat.

Und vielleicht komme ich ja doch noch irgendwann am Ende des Strandes an. 🙂

 

Ich sitze auf der Terrasse…

…und tippsel auf meinem Notebook so vor mich hin. Hin und wieder ich am späten Vormittag habe auch Zoom Calls, denn in Deutschland ist es ja schon Abend.

Mittags gehe ich meistens in ein Restaurant oder Cafe. Es gibt wirklich erstklassiges Essen hier in diesem kleinen, gemütlichen Ort! Die Auswahl an Gerichten ist vergleichsweise klein und auch dazu passend gibt es meist nur wenige Gäste. Aber alles ist super frisch und wirklich hervorragend!

Manchmal koche ich etwas für mich.

Ja, und was soll ich sagen: danach bin ich müde! 🙂

Entweder laufe ich noch ein bisschen durch den Ort und am Strand zurück, oder ich mach mich auf einer Liege lang und dort auch gerne ein kleines Schläfchen.

 

In EL CUYO gibt es…

…viele kleine, ganz einfache und dunkle „Tienditas“ zum Einkaufen
…ein Geschäftchen, an dem ein paar Kleidungsstücke draußen am Fenstergitter hängen
…zwei Bäckereien, in denen die Brote (eine Sorte) praktischerweise gleich direkt auf dem Verkaufstresen liegen und
…zwei „Farmacias“, die auch „Tienditas“ sind…SEHR interessante Mischung!

Abgesehen davon, dass du hier in einer Farmacia gefühlt sämtliche in Deutschland verschreibungspflichtigen (oder sogar verbotenen) Arzneimittel kaufen kannst, darf auch keiner dazu noch fachkundige Beratung erwarten. Wobei das in größeren Städten vielleicht auch anders ist.

Hier habe ich jedoch einfach nur Magnesium kaufen wollen. Es gab nur Magnesiumoxid als Gel, oder Pulver. Da das nicht besonders gut aufgenommen werden kann vom Körper, dachte ich „Okay, ich nehme die Tabletten, die sie mir gezeigt haben. Irgendwas mit „Magnesio“ halt. Waren auch ganz billig.

Wieder zurück auf meiner Terrasse habe ich mir dann in Ruhe angesehen, was da so drin ist: in den Tabletten. Denn irgendwie kannte ich den Stoff gar nicht, der da mit dem Magnesium zusammen kam. Nach kurzer Recherche im Netz stellte ich fest, dass es sich um ein Antiepileptikum handelt. Okay, ich habe ja manchmal Krämpfe in den Waden…aber DAS wollte ich denn doch nicht nehmen!!!

Wenn ich also gerade keine wilden Medikamentenexperimente mache, lauf ich vielleicht schon wieder am Strand lang…

 

Das Verhältnis von Hunden zu Menschen…

…könnte hier wohl beinahe 1:1 sein. 🙂

Viele der Hunde sind Straßenhunde und ich habe auch schon 2-3 Freunde gewonnen, die mich dann am Strand begleiten, oder im Dorf.

Vor dem Haus eines Österreichers, den ich hier getroffen habe hat eine hübsche, weiße Hündin vor 3 Monaten 9!!! Junge geworfen. So unverhofft zum Patenonkel geworden hat er noch immer 5 Hunde jetzt, die er betreut. Zwei sind leider gestorben zwischenzeitlich und zwei von Mexikanischen Familien jeweils adoptiert.
Da gibt es eine schwarze „Negrita“…also…DIE hat es mir angetan! Und die Liebe beruht durchs auf Gegenseitigkeit. Ich glaube, wenn ich hier dauerhaft leben würde, würde sie zu mir umziehen.

Auch mit den Nachbarn, oder in Restaurants und Geschäften halte ich immer mal einen kleinen Schnack. Viele Einheimischen strahlen und freuen sich, wenn sie mich wieder erkennen, weil ich zum wiederholten Mal zum Essen, oder auch Einkaufen komme.

 

Mit den Nachbarn…

…im Haus hatte ich nicht mehr so ein Glück, seit diese wirklich entzückende, kleine Schweizer Familie abgereist ist.

Entweder Mexikaner, oder jetzt bis gestern eine amerikanische Familie, die eher aufdringlich und laut war.

Ja, und manche einheimische Nachbarn haben mich auch angesprochen, woher ich denn käme und wie lange ich wohl bleiben werde? Und einer wollte wissen (wir sprachen englisch!), warum ausgerechnet so viele Deutsche hierher kämen! Und seit 3 Wochen auch immer mehr Österreicher???

Und immer werde ich gefragt, ob es nicht SCHÖN hier sei.
Letzteres kann ich nur aus ganzem Herzen bestätigen.

 

Ich nenne es ein „einfaches Leben“…

…weil ich erlebe, wie wenig ich eigentlich brauche für ein zufriedenen und gutes Leben.
Ich bin ja ohnehin nur mit Handgepäck unterwegs, aber auch das Köfferchen steht fast unangetastet im Zimmer.
Ich brauche nur meinen Bikini, einen Rock, ein t-Shirt und das Sarong-Tuch aus Hawaii. Ah, ja und Flipflops.
Wenn etwas verschwitzt ist, nehme ich es mit unter die Dusche und wasche die Teile kurz mit.
In meiner kleinen Casa gibt es alles, was ich brauche und das in absolut einfachem Standard.
Ich hatte ja schon einmal mein „Kinderhaus-Feeling“ beschrieben, nicht wahr?  🙂

Die Einheimischen leben hier z.T. in Häusern, die würde man in Deutschland Bauruinen nennen. Da flattert die bunte Wäsche im Garten und vor diesem Haus sitzt eine Familie mit 4 Kindern um einen billigen Plastiktisch herum und isst zu Mittag. Vom Nachbarn wehen Fetzen Mexikanischer Rhythmen herüber. Zwei Hunde liegen mitten auf der Straße und schlafen so tief und fest, dass ich im Bogen um sie herum laufe, ohne dass da auch nur eine Ohrspitze zuckt.

Nicht nur die Hunde…

…auch die Menschen scheinen Zeit zu haben. Sind entspannt.
Es gibt seeehr wenig Verkehr.

Nachbarn sitzen zusammen und lachen, Kinder tollen zusammen über den Platz und üben Baseball mit einem einfachen Stock und einem kleinen Kinderball.

Es wirkt so friedvoll.

Ich meine, vielleicht IST es das nicht. Ich kenne ja nicht die Sorgen und Nöte der Menschen, die ich beobachte und kann nur wahrnehmen, wie es sich anfühlt.

Aber in meiner, materiell so viel reicheren Welt, haben die Menschen auch Sorgen und Nöte. Sind gestresst und aus den vielfältigsten Gründen ängstlich.

Sind wir „Reichen“ glücklicher sind???
Jedenfalls spüre ich hier eine Einfachheit in meinem Leben, die mich total entspannt.
Die mich Mensch-Sein anders fühlen lässt.
Verbundenheit mit Mutter Erde, Natur und allen Menschen, Hunden und überhaupt allen Wesen.
Und ich denke auch nicht zum ersten Mal gerade JETZT auch an Moloka’i.
Da „ticken die Uhren“ so ähnlich. Und auch noch ein bisschen anders

Ich werde das alles mit mir nehmen, wenn ich weiterreise.

Jetzt ist es 18 Uhr und die Sonne untergegangen. Leider muss ich Abends drinnen sitzen, sonst fressen mich die Moskitos auf bzw. bin ich gar nicht ganz sicher: Es gibt hier vielleicht auch kleine Fliegen, die einfach beißen. Schön ist ja beides nicht…

Und so sitze ich am Küchentisch und…tippsel noch ein bisschen.

Bis ich nicht mehr mag.  

Dann wartet mein neues Buch auf mich.

Ein großes Dankeschön an dieser Stelle mal an den Erfinder der „Kindle“-App! 🙂

So kann ich auf dem Handy oder/ und Notebook ganz „leichtgewichtig“ alles lesen, was Herz, Seele, Geist und ja doch auch: den Intellekt erfreut…

 

Und wie schön..morgen ist ja ein neuer Tag.