Regen?…ECHT???

Der Regen vor meinem Fenster weckt mich. Regen? Es SCHÜTTET, wie aus Eimern! Oder doch nicht?
Ich komme langsam zu mir und realisiere, dass es das Meer ist, dass da draußen braust. Kein Regen.
Und ich bin auch nicht zuhause in meiner Wohnhöhle, ich bin in einem kleinen, gemütlichen Appartement in Cancun und direkt am hellgrün-türkisblauen Meer. Und wieder lausche ich dem Meer. Es ist nicht still und gemütlich. Es ist energisch und kraftvoll.
Einen Moment lang überlege ich, ob ich mir nicht jetzt gerade lieber Ruhe wünsche…
Denn gestern war ich…

…im Maya Museum!

Und auch in der direkt angeschlossenen Ausgrabungsstätte „St. Miguelito“.
Im Museum wird das Alltagsleben, die verschiedenen Epochen, die Weltsicht u.v.m. geschildert und dazu jede Menge „Selbstgetöpfertes“ gezeigt.
Viel mehr genossen habe ich dann den anschließenden Rundgang durch den Dschungel… Ich hoffe, ich war angemessen ehrfürchtig den ca. 3000 Jahre alten Steinen gegenüber!
Fasziniert jedoch haben mich die unterschiedlichen und unterschiedlich großen! Leguane, die Vögel, die Bäume und Pflanzen…
Kein Autolärm, kein Meeresbrausen. Nur Rascheln und Wispern überall. Vögel, die sich etwas zurufen und eine ganz eigene Welt voller fremder Gerüche und Geräusche. Eine eigene wild-lebendige Welt in einer (hier ganz kleinen) grünen Glaskugel.
Nur wenige Besucher waren unterwegs und mit einem ganz netten amerikanisch-mexikanischen Pärchen habe ich ein paar Worte gewechselt und ihnen den „Iguana negra“, einen schwarzen Leguan, der in einer Astbiegung vor sich hin schnarchte, gezeigt.

Da die Frau UNGLAUBLICH stark parfümiert war, habe ich aber schnell wieder das Weite bzw. Abstand gesucht. Meine Nase ist sehr fein und oft nehme ich auch die Energien eines Ortes über die Nase wahr. Diese starken, synthetischen Duftstoffe sind da für mich eine extreme! Form von Umweltverschmutzung…Unser Geruchssinn ist doch einer unserer elementarsten, lebensnotwendigsten Sinne und ohne ihn hätte die Menschheit nicht überlebt. Dieser übermäßige Gebrauch von synthetischen Duftstoffen, trennt uns jedoch von unserer natürlichen Lebensumgebung. Wie Vieles können wir dann gar nicht mehr wahrnehmen. Und schmecken! Aber das alles ist ja ein ganz eigenes Thema…

Auch wenn es in der kleinen Dschungeloase einfach nur erholsam-schön war, so hatte der Tag doch auch seine abenteuerlichen Seiten…

…ich bin Bus gefahren!

Spanisch spreche ich nur wenige Brocken „un poquito“ und leider sind die meisten Menschen, die hier irgendwo im Service arbeiten in Bezug auf Englisch auf dem gleichen Stand…Aber alle sind sehr freundlich und vor allem: sie haben Zeit. Keiner rennt irgendwie von A nach B und wäre gestresst, wenn ich eine Frage stelle. Da macht es nichts, wenn ich erst mal „Google translate“ bemühen muss. Und „Herzsprache“ funktioniert ja immer. Ich „ahne“ dann ganz oft, was mein Gegenüber mir sagen will, ohne dass ich erklären kann woher dieses Wissen kommt.

Der Busfahrer hat natürlich keine Zeit… Aber soweit musste ich ja auch erst einmal kommen, dass ich einsteigen konnte in einen dieser ziemlich klapperigen Busse…

Erendida hat mich am Montag Abend vom Flughafen abgeholt und beim Ankommen gesagt, dass „hier“ der Bus in die Stadt fährt. Die Haltestelle vor der Anlage, auf die sie dabei zeigte, konnte ich im Dunkeln nicht erkennen.

Tja, und da war auch keine.

So bin ich also an der Straße entlang Richtung Stadt gelaufen und dachte es käme dann wohl bald eine Haltestelle. Kam aber nicht. Und es war auch ziemlich doof an dieser großen Straße neben stinkenden Fahrzeugen zu laufen. Und Busse kamen zu Hauf! Sie fuhren nur leider alle an mir vorbei…
Dank zweier netter Security-Menschen, die ich endlich ansprach und die dann für mich den Bus mal eben angehielten, habe ich endlich verstanden, wie das Busfahren hier funktioniert!

Ich muss dem Bus ein deutliches Zeichen geben, indem ich den Arm hebe.
Auch an Haltestellen (die es weiter in der Stadt gibt), hält der jeweilige Bus nur, wenn ihm jemand ein Zeichen gibt.
Ja, und diese Busfahrer fahren z.T. – an deutschen Verhältnissen gemessen – wie die Verrückten. Ganz links auf der Überholspur, das Handy gerade am Ohr und direkt vor uns winkt jemand, der mit will? Kein Problem…
Ein Mopedfahrer ganz rechts am Straßenrand, ein weiterer ganz links? Kein Problem…da passt so’n Bus doch locker mittendurch. UND: es fühlt sich nicht gefährlich an. Es ist einfach ein anderer „Stil“ und alle Verkehrsteilnehmer scheinen sich einig zu sein und achten aufeinander.

Nach meinem ersten Busabenteuer und dem Maya Museum mit Dschungelausflug bin ich dann richtig mutig geworden und gleich noch weiter in die Stadt hineingefahren. Was nicht ganz einfach ist. Du musst dem Busfahrer sagen, wo du hin willst…
So habe ich mich also für den „Markt 23“ entschieden und der Busfahrer hat mich irgendwo in der Innenstadt abgesetzt. Im Reiseführer stand, dass es sich um einen bunten Markt handelt, der auch viel von Einheimischen frequentiert wird und auf dem einfach ALLES zu haben ist. Ja, und den habe ich nicht gefunden. Aber immerhin einen großen Supermarkt, in dem ich mich mit allen Dingen, die ich nötig brauchte versorgen konnte.

Und wieder zurück zu „meinem“ Strand und Appartment………..
Dem Busfahrer gesagt wohin ich will und dann die Fahrt durch die Stadt zurück genossen…Na,ja. Es war voll und super viel Parfum im Bus…das hatte ich doch heute schon mal?
Als der Busfahrer anhält und mich freundlich auffordernd anguckt, sage ich spontan: „No! Eso no es Cancun Plaza!“ Der Busfahrer: „Si! Eso es…“ Gucke ich also nochmal…und er hatte Recht! Ich hatte aus dieser Richtung noch nie auf die Anlage geschaut… Da ich zum Glück aus dem Alter, wo mir irgendetwas peinlich ist, gerade heraus bin, musste ich sooo lachen und bin schnell aus dem Bus gehüpft. Der Busfahrer hat auch herzlich gelacht, mir beim Abfahren noch zugewunken und kurz gehupt.

Na, super…Mexiko ist fröhlich!
Und sicher auch noch für das eine und andere Abenteuer gut…