ZEITREISEN

Ich reise. In äußeren und inneren Welten. Insbesondere auch in letzteren bin ich zur Zeit intensiv „unterwegs“.

UND es gibt keinen Unterschied – keine Trennung – zwischen einer „inneren“ und einer „äußeren“ Welt: es gibt nur die Erfahrungsebene „ich“, auf der ich es halt so erlebe. 🙂

Ich reise durch die Vergangenheit der Maya-Kultur und schaue dabei auf die Bilder, die in mir auftauchen. Sich spiegeln.

Interessanterweise stehe ich vor diesen alten Steinen, in diesen alten Siedlungen und … fühle NICHTS.

Ich meine…intellektuell finde ich alles super spannend und die Ayna (die INA!), die doch so wissbegierig und interessiert an Allem ist, ist BEGEISTERT!

Und doch: mein Herz klopft nicht anders, als sonst.

Besonders während meines Ausfluges nach UXMAL, konnte ich diesen Kontrast noch einmal eindrücklich wahrnehmen…

 

UXMAL…

ist eine der bedeutendsten Maya-Stätten überhaupt. Es sind dort mehrere Pyramiden und pyramidenähnliche Gebäude (z.B. den Gouverneurspalast) zu bewundern. Die große Pyramide ist dem Regengott „Chaac“ gewidmet. Was auch immer in der „Pyramide des Zauberers“ einst stattfand, mich hat die „Casa de las tortugas“ doch sehr angesprochen!

Seit meiner ersten persönlichen Begegnung mit den grünen Meeresschildkröten, diesen uralten Wesen (2016 auf Maui), „begegnen“ sie mir immer wieder. In der einen und anderen Form…
So zeigte mir 2019 auf Kaua’i ein Verkäufer am Tresen eines kleinen Ladens, wo ich Sonnenschutz kaufen wollte, ein Armband mit einer Schildkröte . Einer „HONU“ (hawaiianisch: die grüne Meeresschildkröte). Das trage ich seither Tag und Nacht.

In MERIDA, der Hauptstadt des Bundesstaates Yucatan, habe ich etwas anderes entdeckt: einen schönen Anhänger aus weißer, mexikanischer Jade.
Im Rahmen des Verkaufsgespräch wurde mir dann eröffnet, dass ich eine besonders leuchtende, weiße Energie besitzen würde und eigentlich nicht unbedingt einen Schutzstein bräuchte. Aber natürlich ist so ein Stück Jade trotzdem wichtig, um das „zu viele Denken“ aufzunehmen. Alle 21 Tage kann ich den Jadestein dann davon einfach reinigen und „Eh Voila!“: so ist das Leben viel leichter!

Ich war einfach ganz entzückt von diesem jungen, sehr ernsten Mann, dessen Vater ein angesehener Schamane ist.
Dann fragte er noch, ob er mir heraussuchen solle, welches mein astrologisches Maya Zeichen sei.

Das war dann schnell getan: KAWOQ. Die Schildkröte…

Vermutlich habe ich am Ende aus Sicht der Vernunft „zu viel“ bezahlt für meinen Jadeanhänger…
UND: ich habe bezahlt, was mir diese Erfahrung und dieser Stein WERT ist. 🙂

 

Doch zurück zum Schildkrötenhaus in UXMAL…

 

Dieses Haus mit seinen Schildkrötenverzierungen liegt an einem großen Platz, der übersetzt „Nonnenviereck“ heißt. Die Spanischen Eroberer haben diesen Namen hier vergeben, weil sie sich an ein Nonnenkloster erinnert fühlten…

Es waren an diesem Tag zum Glück nur sehr wenige Menschen in UXMAL unterwegs und plötzlich sehe ich in der Ferne eine Frau in einem Maya Gewand und: mit offenen, langen, blonden Haaren.

Ich wusste sofort: DIE kenne ich!

Als ich weiter in ihre Richtung schlendere, höre ich, dass sie mit einer kleinen, deutschen Reisegruppe unterwegs ist.

Ich überlege krampfhaft, woher ich sie kenne und wie noch ihr Name war?

Sie hat mich auch bemerkt und lächelt.

Dann gibt sie ihrer Reisegruppe Zeit alleine über den Platz zu wandern und ich spreche sie an. Ich entschuldige mich, weil ich sie bestimmt ein wenig unhöflich angestarrt hatte und erkläre, warum.

Sie sagt, sie hätte mich ebenfalls sofort gesehen, weil mein Haar so leuchtet und schon vermutet, dass ich auch Deutsche sei.

To make a long story short: wir sind uns beide einig, dass wir uns schon einmal irgendwo in diesem Leben begegnet sind. Wir können auch gemeinsam nicht herauszufinden, wann und wo das gewesen sein könnte…UND es gelingt uns beiden auch das einfach so stehen zu lassen und uns zu freuen, dass wir uns begegnet sind. Denn mein Herz KLOPFT….Auf diese besonderer Weise.

Nach einem gar nicht langen Gespräch und intensivem Austausch (wohl auf allen möglichen Ebenen…) verabschiede ich mich, denn unser Reiseleiter winkt schon aufgeregt in meine Richtung. Da geht es jetzt, was die Pünktlichkeit angeht, um meinen guten Ruf, nicht wahr?! Schließlich nimmt er an, dass seine Anforderung an Pünktlichkeit für MICH kein Problem sei, sondern nur für seine Mexikanischen Teilnehmer…

Wenn DAS man stimmt!

Auch wenn heute in UXMAL nur wenige Menschen unterwegs waren: im 8.-10. Jahrhundert haben hier immerhin 40.-45.000 Menschen gelebt. Der Großteil der ehemaligen Stadt liegt bis heute im umliegenden Dschungel verborgen.

Ein weiterer Programmpunkt unseres Ausflugs ist das Schwimmen in einer

 

CENOTE

Cenoten sind mit Süßwasser gefüllte Höhlen, die Teil eines unterirdischen Fluss und Höhlensystems sind. Spannend für Taucher und romantisch-schön für Schwimmer.
Manche der Cenoten sind von Felsen und wildem Dschungelgrün umgebene Wasserlöcher und andere befinden sich mehr oder weniger unterirdisch in Höhlen.

Nun ist es aber auch nicht so ganz einfach, dort einfach mal ins Wasser zu gehen.

Eintritt ist gefordert und die Höhe unterliegt derzeit einer unglaublichen „Inflation“. Teilweise steigen die Preise von Woche zu Woche. Vielleicht ist die „Preisgestaltung“ auch abhängig von der Besucheranzahl? Es gibt mittlerweile Cenoten, zu denen umgerechnet 25 € und mehr Eintrittsgeld verlangt wird…

Die Cenote, die ich mit meiner Reisegruppe besucht habe, wird von einer kleinen, lokalen Kooperative betrieben und das Eintrittsgeld von umgerechnet knapp 5 € habe ich sehr gerne bezahlt.

Dann bist du also „drinnen“. Auf dem Gelände. Und es folgen strenge Verhaltensanweisungen.
Erst duschen und dann zwingend! die Schwimmweste anlegen.

Eine alte Frau sitzt gemütlich in einem weißen Plastikstuhl und schaut uns freundlich entgegen, als wir – umgekleidet, frisch geduscht! und mit Schwimmweste – angetrabt kommen. Sie verteilt aus dem Körbchen, das sie auf dem Schoß hat, Schlüssel für Holzkästen, in die wir unserer Rücksäcke, Taschen etc. dann einschließen.

Am Eingang zur Höhle steht ein alter Mann, der sehr gewissenhaft mit Strichen auf einem Zettel vermerkt, wie viele Menschen gerade die die Treppen hinabsteigen und vermutlich auch, wie viele wieder herauskommen? Allerdings war er schon wieder weg, als ich wieder herauskam…

In der Höhle legen wir unsere Schwimmwesten dann beiseite 😉 und genießen, das angenehm kühle und samtweiche Wasser. Unter mir schimmert es in allen Blautönen und die Geräusche sind … irgendwie „besonders“. Bzw. die Atmosphäre insgesamt ist irgendwie…na,ja: „besonders“ halt!

Auch hier sind wir fast alleine und die Stimmung ist …irgendwie…nein!… nicht „besonders“, sondern tatsächlich ein bisschen ehrfürchtig :-).

 

Später habe ich noch in einem sehr schön angelegten Museum ganz viel über Kakao gelernt und sogar einer Kakao Zeremonie beigewohnt:

 

 

Und am Abend war ich in jeder Hinsicht „voll“ und erfüllt.

 

Und Morgen beginnt – wie an jedem neuen Tag – ja schon die nächste Reise…

Mein Leben liebt mich!