LA PIÑATA

LA PIÑATA

 

LA PIÑATA

…eine großartige, bunte immer wieder überraschende Piñata ist Mexico. Für mich!

Statt mit einem Stock auf den Stern, oder die Figur aus Pappmasche einzuschlagen und so an die Überraschungen und Süßigkeiten zu gelangen, benutze und empfehle ich allerdings ein herzliches und fröhliches Lachen. 🙂

 

Mexiko verschenkt sich nicht sofort an den Fremden

Man ist mit seinem Leben beschäftigt und beäugt die große Frau mit den leuchtend-weißen Haaren wohl interessiert, wahrt aber sehr respektvoll Abstand.
Die Kinder sind da direkter und starren mich oft mit großen Augen an.
Und ich sehe sehr wenige MexikanerInnen mit grauen, geschweige denn weißen Haaren hier! Auch die offensichtlich schon seeehr Alten, sind meistens noch mit vollem und dunklen Haar gesegnet.
Beneidenswert…
Und überhaupt: die Bevölkerung ist hier insgesamt sichtbar
viel jünger , als in Deutschland.

So betrachte ich also das bunte Leben hier:
das Gewusel der Menschen, ihre Häuser, Fahrzeuge, Gewohnheiten, erschnuppere ungewohnte Gerüche und schmecke fremde Früchte und Gerichte.

Auch eigentlich Bekanntes schmeckt hier oft ganz unerwartet anders, als zu Hause!

Auf einer Speisekarte fiel mir ein Gericht mit Affenfleisch auf…und ich war erleichtert, dass es wohl ein traditionelles Gericht ist, heute aber nicht mehr mit Affenfleisch zubereitet wird.
Tja…die Affen haben wohl so köstlich geschmeckt, dass sie zwischenzeitlich beinahe ausgestorben sind..

Ja, und was passiert denn, wenn die Piñata platzt?

Ich krame in meinem langsam größer werdenden Spanisch Wortschatz und versuche es mit Herzlichkeit und Anlächeln.

Darauf zu warten, dass mir am Busbahnhof jemand hilft meinen Busses zu finden, funktioniert nicht.
Ich bin noch niemals angesprochen worden, ob ich Hilfe benötigen würde. Dafür sind die Menschen viel zu höflich und ja: respektvoll.

Ich gehe also auf jemanden zu und frage direkt um Hilfe, wenn ich z.B. die Durchsagen im Busbahnhof nicht verstehe.

Und dann platzt die Piñata!

Ein fröhliches: „Ich verstehe auch kein Wort!“ wird mir geantwortet. Der junge Mann studiert aufmerksam mein Ticket und vermittelt mir das Gefühl: alles ganz entspannt. Und er wird mir Bescheid geben, wenn es los geht. Bis dahin ist ja noch Zeit für ein englisch-spanisch-Hände-Füsse-und-Herzgespräch…

Nein, wird mir versichert, ich sei keine „gringa“, weil ich doch aus Alemania komme!
Irgendwie scheint das „gut“ zu sein???
Und schwupps gibt es jemanden, der jemanden kennt, der auch schon mal in Deutschland war. Oder der schon mal einen Deutschen getroffen hat. Oder wenigsten weiß, wie ein deutscher Schäferhund aussieht.

Die vielen Geschenke und Köstlichkeiten IN dieser mexikanischen Piñata erlebe ich abe auch nicht zuletzt durch die begegnen mit Deutschen, die hier LEBEN:

Fast zwei Wochen lebe ich jetzt in CATEMACO im „NOMADS SPACE“ von Katharina.

Sie ist einfach nur großartig und eröffnet mir Vieles, was ich alleine nicht, oder doch anders erlebt hätte und erzählt einfach vom Leben in Mexiko.

So habe ich Dank ihr! ein ganz einzigartiges Weihnachtsfest 2021 erlebt.

 

Weihnachten…


Zusammen mit  Ana, einer mexikanischen Freundin von Katharina haben wir einen besonderen Abend, die Nacht und den Weihnachtsmorgen auf einer Ranch erlebt.

                             

Die ursprüglichen Bewohner dieser Region hier sind Olmeken. Spuren Olmekische Kultur finden sich bereits 2.000 v.Chr. und sie waren eine, wenn nicht DIE Elternkultur aller späteren mesoamerikanischen Kulturen.
Sie waren eine hochentwickelte Zivilisation, die vel mehr Fragen aufwirft als beantwortet und lebten ganz im Einklang mit der Natur und ihrer Umwelt, dem Wald.

Luis – der Ranchero – hat uns also angeleitet und gezeigt, wie wir uns den Energien und Wesen an diesem Ortes respektvoll und angemessen nähern und vorstellen. Wir haben unsere eigens dafür mitgebrachten Geschenke  im angrenzenden Dschungel abgelegt und uns für die freundliche Aufnahme und die Gasfreundschaft des Ortes und seiner Wesen damit bedankt.

Danach hatten wir ein Reinigungsritual nach der Tradition der  „Medicina traditionale“.
Dafür gibt es u.a. einen besonderen Platz auf dem Ranchgelände:
Einen ovalen Steinkreis mit Ein- und Ausgang. Ein großer Stein in der Mitte ist dann abschließend (nach vorherigen weiteren Reinigungen) barfuß zu umrunden, bevor wir  den Steinkreis dann frei von belastenden und überflüssigen Energien verließen.

Danach habe ich gelernt, was Hunde und Pferde unterscheidet…und wie ich mich mit einem fremden Pferd vertraut mache.

Ich fürchte, die B-Note war echt unterirdisch!…und zum Glück war der Zuschauerkreis ja überschaubar…als Ayna zum ersten Mal ein Pferd bestiegen hat. Obwohl… eine Zeitlang wohnten tatsächlich vier wunderschöne, rote Aras von einem nahegelegenen Baum aus, dem Reitunterricht bei…Die sind viel größer, als ich dachte!!!

Das Pferd – „mein“ Cuervo – tat mir ein bisschen leid: er hatte sichtlich keine Lust mehr. Den ganzen Nachmittag war er schon „beritten“ worden. Und nun auch noch ich…
Immer wenn wir am Ausgang des Corrals vorbeikamen, steuerte er das Tor an.
Da waren dann Führungsqualitäten gefragt! :-)))

Die Sonne verschwand mehr und mehr hinter den Bergen und die Affen im Dschungel verbreiteten ein fürchterliches Geschrei und Gebrüll. Luis erzählte, dass die Familien sichso  zur Nacht „zusammenrufen“ und dass der Morgen genauso beginnen würde…

Eine heilige, jedoch nicht soooo stille Nacht kam aus dem Wald, legte sich auf die Wiesen, den See und verbreitet ihr Licht.

Kerzenlicht natürlich, denn Strom gibt es keinen auf der Ranch.

Auf dem traditionellen Lehmofenherd wurde für uns gekocht und mit einem mexikanischem Bier schmeckte dieser Fisch aus dem See ganz und gar unvergleichlich…

 

So saßen drei Frauen in der Heiligen Nacht im Kerzenlicht und haben sich vom Leben erzählt.

 

 

Das erste Weihnachtsfest in meinem Leben, das ich fern meiner Heimat verbracht habe.

Aber was eugentlich ist HEIMAT für mich? Darüber fühl-denke ich noch immer nach…

 

Kerzenschein, Dschungel und ein mexikanisches Bier dazu…

Ich habe das erste Mal, seit ich Deutschland Ende Oktober verlassen habe, gefroren! So bin ich später ohne mich weiter auszuziehen einfach direkt unter die doppelt-warmen Decken ins Bett unserer „Cabaña“ geschlüpft…und habe wie im Himmel geschlafen.


BIS im Morgengrauen der Himmel  zu poltern begann:
die roten Aras randalierten  dem Blechdach!
So habe ich aber wenigstens nicht das Erwachen der Affen verpasst…:-).

Nach einem Frühstück, dass in Deutschland „Mittagessen“ heißen würde und nach einem leckeren „Cafe de Olla“ (süßer, gewürzter Kaffee, der traditionell im Tontopf auf dem Lehm-Holzofen gekocht wird) sind wir dann gegen Mittag auf der Ladefläche des Pick-ups wieder in die Stadt zurückgefahren.

 

Doch die Feierlichkeiten anlässlich des diesjährigen Geburtstagsfestes des Lichts gingen auch zurück in CATEMACO gleich weiter…

Baille de los Viejos

Am Abend tanzten „die Alten“ („Baile de los Viejos“) in den Straßen und zwar in bunten Kostümen von ALLEM, was in Mexico Rang und Namen hat:
Jaguare, Aztekenkönige, Pferde, Aras, Santa Claus!!! u.v.m. …
Und natürlich
Männer und Jugendliche als „Alte“  (Frauen) verkleidet, mit besonders ausladenden Hinterteilen und Oberweiten. Sie tanzten im Rhythmus von Marimbaphon und Trommeln auf den Straßenkreuzungen…
Am Ende des Zuges dann die „Verpflegungsstation“ mit Getränken im XXXXL Format und Chips in allen Farben und Formen.

Dieser Zug wiederholt sich dann – wenn ich es richtig verstanden habe – jeden Abend bis zum 02.01.

 

Weihnachten, wie auch Silvester sind in Mexiko Familienfeste und die ganze (meist sehr große!) Familie kommt zusammen.  Sollten die kleinen Laden-Geschäft-Werkstatt-Wohnungen womöglich nicht allen angereisten Familienmitglieder Platz bieten, dann werden eben noch ein paar Plastiktische und -stühle auf die Straße vor das Haus gestellt. Also WIRKLICH auf die Straße!
Das ist auch so schön kommunikativ und wenn du Glück hast und nett bist, wirst du im Vorbeigehen
auch noch zum Tequila eingeladen…

 

So stehe ich mit offenem Mund und sammle die vielen Überraschungen und „Leckerheiten“ ein, die dieses große, vielfältige und in vielen Dingen auch sehr gegensätzliche, widersprüchliche Land – diese BUNTE PIÑATA…- mir schenkt.


Mein Leben liebt mich. Aber das hatte ich glaube ich schon erwähnt? :-))))

ZEITREISE

ZEITREISE

 

ZEITREISEN

Ich reise. In äußeren und inneren Welten. Insbesondere auch in letzteren bin ich zur Zeit intensiv „unterwegs“.

UND es gibt keinen Unterschied – keine Trennung – zwischen einer „inneren“ und einer „äußeren“ Welt: es gibt nur die Erfahrungsebene „ich“, auf der ich es halt so erlebe. 🙂

Ich reise durch die Vergangenheit der Maya-Kultur und schaue dabei auf die Bilder, die in mir auftauchen. Sich spiegeln.

Interessanterweise stehe ich vor diesen alten Steinen, in diesen alten Siedlungen und … fühle NICHTS.

Ich meine…intellektuell finde ich alles super spannend und die Ayna (die INA!), die doch so wissbegierig und interessiert an Allem ist, ist BEGEISTERT!

Und doch: mein Herz klopft nicht anders, als sonst.

Besonders während meines Ausfluges nach UXMAL, konnte ich diesen Kontrast noch einmal eindrücklich wahrnehmen…

 

UXMAL…

ist eine der bedeutendsten Maya-Stätten überhaupt. Es sind dort mehrere Pyramiden und pyramidenähnliche Gebäude (z.B. den Gouverneurspalast) zu bewundern. Die große Pyramide ist dem Regengott „Chaac“ gewidmet. Was auch immer in der „Pyramide des Zauberers“ einst stattfand, mich hat die „Casa de las tortugas“ doch sehr angesprochen!

Seit meiner ersten persönlichen Begegnung mit den grünen Meeresschildkröten, diesen uralten Wesen (2016 auf Maui), „begegnen“ sie mir immer wieder. In der einen und anderen Form…
So zeigte mir 2019 auf Kaua’i ein Verkäufer am Tresen eines kleinen Ladens, wo ich Sonnenschutz kaufen wollte, ein Armband mit einer Schildkröte . Einer „HONU“ (hawaiianisch: die grüne Meeresschildkröte). Das trage ich seither Tag und Nacht.

In MERIDA, der Hauptstadt des Bundesstaates Yucatan, habe ich etwas anderes entdeckt: einen schönen Anhänger aus weißer, mexikanischer Jade.
Im Rahmen des Verkaufsgespräch wurde mir dann eröffnet, dass ich eine besonders leuchtende, weiße Energie besitzen würde und eigentlich nicht unbedingt einen Schutzstein bräuchte. Aber natürlich ist so ein Stück Jade trotzdem wichtig, um das „zu viele Denken“ aufzunehmen. Alle 21 Tage kann ich den Jadestein dann davon einfach reinigen und „Eh Voila!“: so ist das Leben viel leichter!

Ich war einfach ganz entzückt von diesem jungen, sehr ernsten Mann, dessen Vater ein angesehener Schamane ist.
Dann fragte er noch, ob er mir heraussuchen solle, welches mein astrologisches Maya Zeichen sei.

Das war dann schnell getan: KAWOQ. Die Schildkröte…

Vermutlich habe ich am Ende aus Sicht der Vernunft „zu viel“ bezahlt für meinen Jadeanhänger…
UND: ich habe bezahlt, was mir diese Erfahrung und dieser Stein WERT ist. 🙂

 

Doch zurück zum Schildkrötenhaus in UXMAL…

 

Dieses Haus mit seinen Schildkrötenverzierungen liegt an einem großen Platz, der übersetzt „Nonnenviereck“ heißt. Die Spanischen Eroberer haben diesen Namen hier vergeben, weil sie sich an ein Nonnenkloster erinnert fühlten…

Es waren an diesem Tag zum Glück nur sehr wenige Menschen in UXMAL unterwegs und plötzlich sehe ich in der Ferne eine Frau in einem Maya Gewand und: mit offenen, langen, blonden Haaren.

Ich wusste sofort: DIE kenne ich!

Als ich weiter in ihre Richtung schlendere, höre ich, dass sie mit einer kleinen, deutschen Reisegruppe unterwegs ist.

Ich überlege krampfhaft, woher ich sie kenne und wie noch ihr Name war?

Sie hat mich auch bemerkt und lächelt.

Dann gibt sie ihrer Reisegruppe Zeit alleine über den Platz zu wandern und ich spreche sie an. Ich entschuldige mich, weil ich sie bestimmt ein wenig unhöflich angestarrt hatte und erkläre, warum.

Sie sagt, sie hätte mich ebenfalls sofort gesehen, weil mein Haar so leuchtet und schon vermutet, dass ich auch Deutsche sei.

To make a long story short: wir sind uns beide einig, dass wir uns schon einmal irgendwo in diesem Leben begegnet sind. Wir können auch gemeinsam nicht herauszufinden, wann und wo das gewesen sein könnte…UND es gelingt uns beiden auch das einfach so stehen zu lassen und uns zu freuen, dass wir uns begegnet sind. Denn mein Herz KLOPFT….Auf diese besonderer Weise.

Nach einem gar nicht langen Gespräch und intensivem Austausch (wohl auf allen möglichen Ebenen…) verabschiede ich mich, denn unser Reiseleiter winkt schon aufgeregt in meine Richtung. Da geht es jetzt, was die Pünktlichkeit angeht, um meinen guten Ruf, nicht wahr?! Schließlich nimmt er an, dass seine Anforderung an Pünktlichkeit für MICH kein Problem sei, sondern nur für seine Mexikanischen Teilnehmer…

Wenn DAS man stimmt!

Auch wenn heute in UXMAL nur wenige Menschen unterwegs waren: im 8.-10. Jahrhundert haben hier immerhin 40.-45.000 Menschen gelebt. Der Großteil der ehemaligen Stadt liegt bis heute im umliegenden Dschungel verborgen.

Ein weiterer Programmpunkt unseres Ausflugs ist das Schwimmen in einer

 

CENOTE

Cenoten sind mit Süßwasser gefüllte Höhlen, die Teil eines unterirdischen Fluss und Höhlensystems sind. Spannend für Taucher und romantisch-schön für Schwimmer.
Manche der Cenoten sind von Felsen und wildem Dschungelgrün umgebene Wasserlöcher und andere befinden sich mehr oder weniger unterirdisch in Höhlen.

Nun ist es aber auch nicht so ganz einfach, dort einfach mal ins Wasser zu gehen.

Eintritt ist gefordert und die Höhe unterliegt derzeit einer unglaublichen „Inflation“. Teilweise steigen die Preise von Woche zu Woche. Vielleicht ist die „Preisgestaltung“ auch abhängig von der Besucheranzahl? Es gibt mittlerweile Cenoten, zu denen umgerechnet 25 € und mehr Eintrittsgeld verlangt wird…

Die Cenote, die ich mit meiner Reisegruppe besucht habe, wird von einer kleinen, lokalen Kooperative betrieben und das Eintrittsgeld von umgerechnet knapp 5 € habe ich sehr gerne bezahlt.

Dann bist du also „drinnen“. Auf dem Gelände. Und es folgen strenge Verhaltensanweisungen.
Erst duschen und dann zwingend! die Schwimmweste anlegen.

Eine alte Frau sitzt gemütlich in einem weißen Plastikstuhl und schaut uns freundlich entgegen, als wir – umgekleidet, frisch geduscht! und mit Schwimmweste – angetrabt kommen. Sie verteilt aus dem Körbchen, das sie auf dem Schoß hat, Schlüssel für Holzkästen, in die wir unserer Rücksäcke, Taschen etc. dann einschließen.

Am Eingang zur Höhle steht ein alter Mann, der sehr gewissenhaft mit Strichen auf einem Zettel vermerkt, wie viele Menschen gerade die die Treppen hinabsteigen und vermutlich auch, wie viele wieder herauskommen? Allerdings war er schon wieder weg, als ich wieder herauskam…

In der Höhle legen wir unsere Schwimmwesten dann beiseite 😉 und genießen, das angenehm kühle und samtweiche Wasser. Unter mir schimmert es in allen Blautönen und die Geräusche sind … irgendwie „besonders“. Bzw. die Atmosphäre insgesamt ist irgendwie…na,ja: „besonders“ halt!

Auch hier sind wir fast alleine und die Stimmung ist …irgendwie…nein!… nicht „besonders“, sondern tatsächlich ein bisschen ehrfürchtig :-).

 

Später habe ich noch in einem sehr schön angelegten Museum ganz viel über Kakao gelernt und sogar einer Kakao Zeremonie beigewohnt:

 

 

Und am Abend war ich in jeder Hinsicht „voll“ und erfüllt.

 

Und Morgen beginnt – wie an jedem neuen Tag – ja schon die nächste Reise…

Mein Leben liebt mich!

DAS EINFACHE LEBEN…

DAS EINFACHE LEBEN…

 

DAS EINFACHE LEBEN…

 

Es ist ein einfaches und ruhiges Leben, dass sich für mich entfaltet.
Hier in EL CUYO.

Ich schlafe, bis ich wach werde…(ACHTUNG: LUXUS!!! :-))…und öffne die Tür zur Terrasse.
Vom Bett aus schaue ich zu, wie es draußen richtig hell wird.

Das Meer rauscht direkt in mein Bett und wenn auch der Wind noch auffrischt, denke ich manchmal: es ist ja eigentlich laut! Und es ist UNENTWEGT laut…hier am Strand.

Wahrscheinlich wird mir dieses Geräusch aber fehlen, wenn ich wieder in einem anderen Meer, dem Häusermeer bin und statt des Windes wieder brausenden Verkehr höre.

Kaffee muss sein zum Aufstehen. VIEL Kaffee, aber schön dünn. So, mag ich ihn…
Ich schreibe dann entweder 2-3 Stunden (wenn ich viel aus der Nacht mitgebracht habe), oder gehe an den Strand, um zugucken was das Meer dazu zu sagen hat.

Und vielleicht komme ich ja doch noch irgendwann am Ende des Strandes an. 🙂

 

Ich sitze auf der Terrasse…

…und tippsel auf meinem Notebook so vor mich hin. Hin und wieder ich am späten Vormittag habe auch Zoom Calls, denn in Deutschland ist es ja schon Abend.

Mittags gehe ich meistens in ein Restaurant oder Cafe. Es gibt wirklich erstklassiges Essen hier in diesem kleinen, gemütlichen Ort! Die Auswahl an Gerichten ist vergleichsweise klein und auch dazu passend gibt es meist nur wenige Gäste. Aber alles ist super frisch und wirklich hervorragend!

Manchmal koche ich etwas für mich.

Ja, und was soll ich sagen: danach bin ich müde! 🙂

Entweder laufe ich noch ein bisschen durch den Ort und am Strand zurück, oder ich mach mich auf einer Liege lang und dort auch gerne ein kleines Schläfchen.

 

In EL CUYO gibt es…

…viele kleine, ganz einfache und dunkle „Tienditas“ zum Einkaufen
…ein Geschäftchen, an dem ein paar Kleidungsstücke draußen am Fenstergitter hängen
…zwei Bäckereien, in denen die Brote (eine Sorte) praktischerweise gleich direkt auf dem Verkaufstresen liegen und
…zwei „Farmacias“, die auch „Tienditas“ sind…SEHR interessante Mischung!

Abgesehen davon, dass du hier in einer Farmacia gefühlt sämtliche in Deutschland verschreibungspflichtigen (oder sogar verbotenen) Arzneimittel kaufen kannst, darf auch keiner dazu noch fachkundige Beratung erwarten. Wobei das in größeren Städten vielleicht auch anders ist.

Hier habe ich jedoch einfach nur Magnesium kaufen wollen. Es gab nur Magnesiumoxid als Gel, oder Pulver. Da das nicht besonders gut aufgenommen werden kann vom Körper, dachte ich „Okay, ich nehme die Tabletten, die sie mir gezeigt haben. Irgendwas mit „Magnesio“ halt. Waren auch ganz billig.

Wieder zurück auf meiner Terrasse habe ich mir dann in Ruhe angesehen, was da so drin ist: in den Tabletten. Denn irgendwie kannte ich den Stoff gar nicht, der da mit dem Magnesium zusammen kam. Nach kurzer Recherche im Netz stellte ich fest, dass es sich um ein Antiepileptikum handelt. Okay, ich habe ja manchmal Krämpfe in den Waden…aber DAS wollte ich denn doch nicht nehmen!!!

Wenn ich also gerade keine wilden Medikamentenexperimente mache, lauf ich vielleicht schon wieder am Strand lang…

 

Das Verhältnis von Hunden zu Menschen…

…könnte hier wohl beinahe 1:1 sein. 🙂

Viele der Hunde sind Straßenhunde und ich habe auch schon 2-3 Freunde gewonnen, die mich dann am Strand begleiten, oder im Dorf.

Vor dem Haus eines Österreichers, den ich hier getroffen habe hat eine hübsche, weiße Hündin vor 3 Monaten 9!!! Junge geworfen. So unverhofft zum Patenonkel geworden hat er noch immer 5 Hunde jetzt, die er betreut. Zwei sind leider gestorben zwischenzeitlich und zwei von Mexikanischen Familien jeweils adoptiert.
Da gibt es eine schwarze „Negrita“…also…DIE hat es mir angetan! Und die Liebe beruht durchs auf Gegenseitigkeit. Ich glaube, wenn ich hier dauerhaft leben würde, würde sie zu mir umziehen.

Auch mit den Nachbarn, oder in Restaurants und Geschäften halte ich immer mal einen kleinen Schnack. Viele Einheimischen strahlen und freuen sich, wenn sie mich wieder erkennen, weil ich zum wiederholten Mal zum Essen, oder auch Einkaufen komme.

 

Mit den Nachbarn…

…im Haus hatte ich nicht mehr so ein Glück, seit diese wirklich entzückende, kleine Schweizer Familie abgereist ist.

Entweder Mexikaner, oder jetzt bis gestern eine amerikanische Familie, die eher aufdringlich und laut war.

Ja, und manche einheimische Nachbarn haben mich auch angesprochen, woher ich denn käme und wie lange ich wohl bleiben werde? Und einer wollte wissen (wir sprachen englisch!), warum ausgerechnet so viele Deutsche hierher kämen! Und seit 3 Wochen auch immer mehr Österreicher???

Und immer werde ich gefragt, ob es nicht SCHÖN hier sei.
Letzteres kann ich nur aus ganzem Herzen bestätigen.

 

Ich nenne es ein „einfaches Leben“…

…weil ich erlebe, wie wenig ich eigentlich brauche für ein zufriedenen und gutes Leben.
Ich bin ja ohnehin nur mit Handgepäck unterwegs, aber auch das Köfferchen steht fast unangetastet im Zimmer.
Ich brauche nur meinen Bikini, einen Rock, ein t-Shirt und das Sarong-Tuch aus Hawaii. Ah, ja und Flipflops.
Wenn etwas verschwitzt ist, nehme ich es mit unter die Dusche und wasche die Teile kurz mit.
In meiner kleinen Casa gibt es alles, was ich brauche und das in absolut einfachem Standard.
Ich hatte ja schon einmal mein „Kinderhaus-Feeling“ beschrieben, nicht wahr?  🙂

Die Einheimischen leben hier z.T. in Häusern, die würde man in Deutschland Bauruinen nennen. Da flattert die bunte Wäsche im Garten und vor diesem Haus sitzt eine Familie mit 4 Kindern um einen billigen Plastiktisch herum und isst zu Mittag. Vom Nachbarn wehen Fetzen Mexikanischer Rhythmen herüber. Zwei Hunde liegen mitten auf der Straße und schlafen so tief und fest, dass ich im Bogen um sie herum laufe, ohne dass da auch nur eine Ohrspitze zuckt.

Nicht nur die Hunde…

…auch die Menschen scheinen Zeit zu haben. Sind entspannt.
Es gibt seeehr wenig Verkehr.

Nachbarn sitzen zusammen und lachen, Kinder tollen zusammen über den Platz und üben Baseball mit einem einfachen Stock und einem kleinen Kinderball.

Es wirkt so friedvoll.

Ich meine, vielleicht IST es das nicht. Ich kenne ja nicht die Sorgen und Nöte der Menschen, die ich beobachte und kann nur wahrnehmen, wie es sich anfühlt.

Aber in meiner, materiell so viel reicheren Welt, haben die Menschen auch Sorgen und Nöte. Sind gestresst und aus den vielfältigsten Gründen ängstlich.

Sind wir „Reichen“ glücklicher sind???
Jedenfalls spüre ich hier eine Einfachheit in meinem Leben, die mich total entspannt.
Die mich Mensch-Sein anders fühlen lässt.
Verbundenheit mit Mutter Erde, Natur und allen Menschen, Hunden und überhaupt allen Wesen.
Und ich denke auch nicht zum ersten Mal gerade JETZT auch an Moloka’i.
Da „ticken die Uhren“ so ähnlich. Und auch noch ein bisschen anders

Ich werde das alles mit mir nehmen, wenn ich weiterreise.

Jetzt ist es 18 Uhr und die Sonne untergegangen. Leider muss ich Abends drinnen sitzen, sonst fressen mich die Moskitos auf bzw. bin ich gar nicht ganz sicher: Es gibt hier vielleicht auch kleine Fliegen, die einfach beißen. Schön ist ja beides nicht…

Und so sitze ich am Küchentisch und…tippsel noch ein bisschen.

Bis ich nicht mehr mag.  

Dann wartet mein neues Buch auf mich.

Ein großes Dankeschön an dieser Stelle mal an den Erfinder der „Kindle“-App! 🙂

So kann ich auf dem Handy oder/ und Notebook ganz „leichtgewichtig“ alles lesen, was Herz, Seele, Geist und ja doch auch: den Intellekt erfreut…

 

Und wie schön..morgen ist ja ein neuer Tag.

 

EIN MONAT MEXIKO

EIN MONAT MEXIKO

Ein Monat Mexiko…

Kennst Du das?

Die ersten Tage an einem fremden Ort, in einem fremden Land. Die ersten Tage in einer neuen Firma usw….
Alles ist neu und aufregend. Du tust ganz viele Dinge zum ersten Mal an diesem Ort und vielleicht sogar in Deinem Leben.

Zeit. Was IST Zeit?

Auf jeden Fall vergeht „Zeit“ immer „anders“ in diesen besonderen Momenten des Lebens.

Ich erinnere mich noch, als ich wenige Stunden, nachdem ich mein erstes Kind zur Welt gebracht hatte, mit dem Kind im Auto saß und durch die Windschutzscheibe die Welt betrachtete. Ich war tatsächlich ein bisschen fassungslos, weil die Menschen einfach wie immer zur Arbeit oder sonst wohin unterwegs waren…MEINE Zeit, mein Zeitgefühl war das von einem ganz anderen Stern.

Je mehr ein (neuer) Alltag Einzug hält und (neue) Gewohnheiten dann wieder das Leben bestimmen, desto schneller scheint auch die Zeit wieder zu vergehen.

Ja und in diesem Sinne blicke ich zurück auf einen ganzen Monat hier in Mexiko und bin erstaunt.
(Ich liebe es übrigens erstaunt zu sein. Hatte ich das eigentlich schon erwähnt??? 🙂

NATÜRLICH hatte ich irgendwelche Vorstellungen, Wünsche und Erwartungen…

Ich nehme sie wahr und bin dann ganz gut in der Lage, die tatsächliche Situation einfach so zu erleben.
Ohne viel zu vergleichen, zu bewerten o.ä.

Ach, ja…ich bin ja ganz sicher: mein Leben liebt mich! 🙂

 

Wie erlebte ich denn nun Mexiko, Land und Leute in meinem ersten Monat hier?

 

Gestartet bin ich sozusagen auf dem „Touri-Treck“: CANCUN, PLAYA DEL CARMEN, TULUM, ISLA MUJERES.

Und den ersten Menschen, Orten, Landschaften bin ich als Touristin begegnet bzw. wurde ich so gesehen.
Und das bedeutet ganz eindeutig: ich wurde als „Einnahmequelle“ betrachtet und das war’s.

                                    

Vor jedem Geschäft stehen…also in Hamburg heißen sie „Koberer“… die Türsteher, die versuchen zahlende Kundschaft ins Geschäft/ Restaurant hineinzulocken.
Und wenn Du 10 mal in 5 Min. am gleichen Laden vorbeigehst: sie sprechen Dich JEDESMAL an…

Womit ich eigentlich auch gleich beim nächsten Punkt bin: die Preise grenzen teilweise ans Unverschämte.

Auf der anderen Seite: wann immer ich jemanden ansprach und um Hilfe bat, waren alle geduldig, zgewand und freundlich. Es scheint, als freuen die Menschen sich, wenn ich mich mit meinem Spanisch so anstrenge und bemühe…
Wahrscheinlich habe ich dabei intuitiv auch immer Menschen angesprochen, die entsprechend offen waren.

Umwerfend auf jeden Fall ist das jadegrüne bis türkisfarbene Meer, der feine Sandstrand überall und – dort, wo es Gelegenheit dazu hat – das üppige Dschungelgrün.

Ach, ja…an der „Maya Riviera“ ist übrigens gerade Nebensaison und ich mag  mir gar nicht ausmalen, was hier in der Hochsaison so los ist!!

…und noch ein Strand?

knapp zwei Wochen bin ich nun ganz im Norden von Yucatan. Ungefähr dort, wo sich der Golf von Mexico zum Atlantik ganz öffnet.

In El Cuyo.

Ein kleines Fischerdorf auf einer Sand-Halbinsel.

Lange, ziemlich leere Strände.

Ich glaube, die einzige Straße, die asphaltiert ist, ist die Hauptstraße, die über den
Damm in den Ort hineinführt.
Ansonsten: Sandpiste.

Ich bin nicht sicher, ob es eine Tankstelle gibt? Einen Geldautomaten jedenfalls hat dieses Örtchen nicht.

Dafür eine „Pescaderia“, wo ich zögerlich am Wohnzimmer anklopfe und höflich frage, ob denn offen sei?
Wenn dann „Si, si!“ geantwortet wird, darfst ich sagen, was ich möchte und schon sitze ich draußen vor einem frischzubereiteten, MEGA Ceviche-Berg auf meinem Teller und kann mein Glück kaum fassen!!!

Es gibt keinen Supermarkt, aber eine beachtliche Anzahl (für den kleinen Ort!) von gaaanz kleinen Mini-„Tiendas“, zwei oder drei Bäckereien, einen Schlachter und zwei „Frutas y Verduras“…

Nun ja…jeder Laden hat im Grunde genau die gleichen Dosen etc. stehen.

Das Gemüse und Obst ist keinesfalls „EU-konform“ und seeehr geschmackvoll und lecker.

ich habe schon „Tomatillos“ probiert: grüne Tomaten und ein Gemüse, dessen Namen ich schon wieder vergessen habe. Es ähnelt einer Birne und wird wie Kürbis verwendet.

Es ist hier in den Geschäften ziemlich dunkel…keine Beleuchtung innen, in den eigentlich nur Kiosk großen Verkaufsstellen.
Auf einem meiner ersten Einkaufs-Fischzüge schlendere ich also konzentriert an den 1-2 Regalen entlang (Achtung! Sonnenbrille abnehmen! :-))) und bin auf der Suche nach einer kleinen Flasche Olivenöl.
Als ich das Regal ganz innenliegend umrunde, stehe ich auf einmal mitten im Familienmittagsessen.
Mehrere Erwachsene und Kinder sitzen rund um einen Plastik-Campingtisch.

Ich habe mich ziemlich erschrocken und dachte im ersten Moment, ich sei „falsch abgebogen“ irgendwo und in die Privaträume geraten. Ich habe mich entschuldigt und wurde daraufhin kurz irritiert bestaunt und dann ließ man sich einfach nicht weiter stören…

Das Olivenöl befand sich dann tatsächlich genau im Rücken der Großmutter(?) und sie drehte ihren Stuhl einfch ein bisschen, um mir noch Tipps zu geben, welches das Beste sei. Es war NICHT das Teuerste…

Bei einem anderen Einkauf hatte ich eigentlich nicht die richtigen Tortillachips gefunden und mich dann für eine andere Sorte entschieden. Irgendwie hatte die Frau des Ladeninhabers das wahrgenommen und pflugs kam sie herum um den Verkaufsthresen. Sie rief: „No-no!“ und zog mich quer durch den Laden zu einem weiteren Regal mit Tortillachips. Sie war dann genauso happy, wie ich, als ich dort meine Lieblingssorte wiederfand!!!

        

 

 

…und dann kam ein Pulpo…

Nein, der Pulpo begegnete mir nicht beim Schwimmen.

Er wurde mir auf einem großen Brett, zusammen mit kleinen, gesalzenen Kartöffelchen und einem gemischten Salat „dargebracht“. Also…der Pulpo…im GANZEN.
Ich musste sofort an diesen großartigen Film „Die Krake – mein Lehrer“ denken und mein Appetit war schlagartig verflogen.

Ich habe ein bisschen Anlauf genommen und zwischendurch immer mal wieder den Schwur geleistet, dass ich NIE WIEDER in meinem Leben Pulpo essen werde.

Es hat am Ende einfach nur GROSSARTIG geschmeckt.
Und dieses Gefühl: „DAS solltest Du nicht essen!“ ist – zumindest bis heute – geblieben.

    

Am nächsten Tag habe ich das Cafe NAIA entdeckt und den spontanen Beschluss gefasst, mich hier einmal durch die gesamte (nicht sehr große) Speisekarte zu futtern.

Ich arbeite dran. 🙂

Das Schönste aber ist:

                        

Einkaufen und Essengehen macht hier auch noch Spass, wenn die Rechnung kommt!

 

Es ist seeehr ruhig und die Menschen – besonders bei den Jugendlichen fällt mir das auf! – sehr höflich.

Es sind Reisende hier unterwegs. Wie ich halt…und es leben auch etliche Ausländern hier.

Vorgestern sprach mich ein Mexikaner an, nachdem wir uns im Vorbeigehen (wie üblich) mit „Buon Dia“ gegrüßt hatten, ob ich nicht auch Deutsche sei?
Er fragte dann (auf Englisch), warum denn so viele Deutsche gerade hierher kommen würden? Wie ich denn hierher gefunden hätte?
Ich konnte ihm ja nur von MIR und meinem Weg erzählen und hatte keine allgemeine Antwort auf seine Frage . Er sagte, dass in den letzten Wchen immer mehr Deutsche und auch Österreicher hier ankommen würden.

Interessant…

Ja, und am gleichen Abend dann habe ich ein Auto mit deutschem Kennzeichen hier gesehen…und gestern beim Lunch einen Österreicher getroffen, der schon seit März hier lebt.

Ich kann das gut verstehen und überlege, ob ich im Februar 2022 vielleicht nocheinmal für eine Woche hier er komme…

Aber  das ist ja noch soooo lange hin!

Jedenfalls von HEUTE aus betrachtet :-)))

JETZT BIN ICH HAUSBESITZERIN…

JETZT BIN ICH HAUSBESITZERIN…

Jetzt bin ich Hausbesitzerin… 🙂

Oder besser eine HausbesEtzerin?

Auf jeden Fall: nichts Ungesetzliches…aber-und:  MIT Haus.
Genau genommen mit einer „Casa Maya“…

 

Nach all dem Touristentrubel…

 

…zwischen CANCUN, PLAYA DEL CARMEN, TULUM und der wirklich WUNDERSCHÖNEN „Isla Mujeres“ hatte ich großes Verlangen nach Beschaulichkeit, mehr Ruhe und einem noch anderen Kontakt und mehr Nähe zur Natur, dem Land und den Menschen hier.

Das mit „Kontakt und Nähe zu den Menschen“, hat sich dann sofort und ganz anders realisiert, als ich gedacht hatte… 🙂

 

Ich habe mir ja vorgenommen, wann immer möglich und einigermaßen sinnvoll, den Bus für meine Überlandfahrten zu benutzen und so langsam lerne ich auch mich durch die Fahrpläne zu fräsen.
Fahrpläne bis zur nächsten, größeren Provinzstadt. Und dann? Wie komme ich nach El Cuyo? Den nächsten Strand, den ich mir ausgesucht habe?
Die Kurzversion und Antwort auf alle meine Fragen ans Universum diesbezüglich heißt:

 

Colletivo

Wenn ich also schon die Stadtbusse in CANCUN abenteuerlich fand, dann hatte ich damals aber noch keine Vorstellung davon, was ein ECHTES „Collectivo-Abenteuer“ ist!

Ich frage mich also so durch die Gegend und lande an einer Straßenecke. Ein alter Mann spricht mich an (er hat wohl gehört, dass ich auf der anderen Straßenseite nach „El Cuyo“ gefragt hatte) und als ich auf seine Frage „Si!“ antworte, zeigt er,mir, dass ich mich mal gleich zu ihm und seiner Frau auf den Kantstein an den Straßenrand setzen soll und er nun also beabsichtigt mich unter seine Fittiche zu nehmen…

Ich packe mein letztes Essen aus und teile mit ihm und seiner Frau meine beiden Mandarinen. Sie überlässt das Sprechen ihrem Mann, aber ihre Augen blitzen fröhlich. Aaaah…

 

…der Bus kommt!

 

Alle springen auf und…es ist der falsche Bus.

Lachen und Gekicher…alle Wartenden (ca. 15 Personen!!!) setzen sich wieder bzw. ziehen sich wieder in den Schatten der Hauswand zurück.

Kurze Zeit darauf erscheint der nächste, NOCH ältere und hinfälligere Bus.

Oben links auf der Windschutzscheibe stand vielleicht einst, von Hand geschrieben, irgendetwas zu Ziel, Bestimmung oder…vielleicht auch, dass der TÜV dieses Fahrzeug zur Verschrottung empfohlen hat.
Egal, was auch immer … heute kann sich keiner mehr zusammen reimen, was dort wohl einst gestanden haben könnte.

Aber ich kenne mich ja nun aus hier und habe „Begleitschutz“. 🙂

Mein nächstes wiederum rein „deutsches“ Problem: der Bus ist voll. Ich korrigiere: SEHR voll!
Alle Sitzplätze sind belegt und es stehen schon viele – in Worten: VIELE – Menschen im Bus stehen, als er vor uns anhält.

Der kleine, alte Mann möchte meinen Koffer in den Bus tragen und 2-3 junge Männer gewähren mir höflich den Vortritt. Letzteres nehme ich mal ganz gerne und sehr dankbar an, weil ich befürchte, dass hier ohnehin nicht alle von uns noch in diesen Bus reinpassen werden…
Ich hoffe jedoch, dass mein netter Bechützer mich bzw. meine Beweggründe richtig verstanden hat, als ich das Koffertragen höflich abgelehnt habe. Er ist mindestens einen Kopf kleiner als ich…und wahrscheinlich 20 Jahre älter. Da kann ich ihn doch nicht meinen Koffer tragen lassen! Obwohl es vielleicht auch eher ein Köfferchen ist…
Ach, Schei…“Emanzipation“! :-))))

 

OJEH.

 

Als ich im Bus stehe, mein Köffechenr zwischen den Beinen (damit es nicht umfällt beim Bremsen – obwohl: hier fällt bestimmt GAR NICHTS mehr um. Auch nicht beim Bremsen…), eingezwängt zwischen einer jungen Frau und einem amerikanischen Rucksack Traveller, versuche ich mich zu erinnern, was Google Maps gesagt hatte: „WIE weit war es mal noch von Tizimin nach El Cuyo?“

Und dann war es doch viel entspannter, als zunächst befürchtet.

Alle Fenster, alle Türen des Busses stehen permanent offen und es ist angenehm temperiert. Die Menschen wahren irgendwie ihren Raum, sind aber sehr höflich und freundlich miteinander. Und auch mit mir. Ich beobachte Mütter, die mit 2-3 Kindern auf nur zwei Sitzen verteilt, schlafen. Eine Frau mit einem vielleicht 5 Jahre alten, schlafenden Kind in den Armen (RESPEKT für diesen Kraftakt!) steigt ein und der ganze Bus ruckelt sich zurecht, bis ein junger Mann, der aufstehen musste, weil seine Frau ihn hochgescheucht hat :-), um einen Sitzplatz frei zu machen, auch einen Stehplatz gefunden hat, wo er noch ausreichend ein- und ausatmen kann…

Drei Reihen vor mir ein Pärchen, das eher unruhig und gestresst wirkt.

Gegen Ende der Reise, die letztendlich gut 1,5 Std. dauert, erfahre ich, dass es Deutsche sind.

Sie fragen MICH, ob ich nicht den Busfahrer fragen könnte, wo wir in El Cuyo aussteigen sollten. Ich würde doch wohl so gut Spanisch sprechen… :-)))))
Ich glaube, so blöd habe ich lange nicht aus der Wäsche geschaut!

Aber „Auf! Denn!!!“ Ich habe also einen Ruf zu verlieren! 🙂 🙂 🙂

Ich kommuniziere zwar mit den Menschen und komme so durchaus „zurecht“, aber ich spreche eben nur wenige Sätze und Worte Spanisch. Bisher. Das soll sich ja (ich sagte es schon, oder???) noch ändern…

 

Gut beschützt

 

Die Frontscheibe des Busses hat eine große „Spider-App“… Mitten über der Scheibe hängen tatsächlich gleich ZWEI Jesus-Kreuze. Doppelt hält wohl besser und ich gehe mal sehr davon aus, dass diese beiden, armen …Angenagelten…auf jeden Fall Schlimmeres, als besagte „Spider-App“, bisher verhindert haben.

 

Der Busfahrer kannte übrigens jedes einzelne Schlagloch und jede einzelne verkehrsberuhigende Bodenwelle mit Vornamen und hat uns (inklusive aller Schlafenden!), sehr sicher und vorsichtig hinüber transportiert!

Respekt.

Zwischendurch haben wir einige Male in kleinen Dörfern gehalten und ich habe zum ersten Mal ein wirkliches Maya Dorf gesehen: traditionelle Maya Hütten mit Schildern im Vorgarten wie „hier gibt es Internet!“. Oder „Wir verkaufen kalte Coke!“…

Ich bin sehr beeindruckt von dieser fremden Welt. Abgesehen davon, dass mir meine Handykamera in solchen Momenten überhaupt nicht in den Sinn kommt, fühlt es sich irgendwie nicht gut an, Menschen und ihr Zuhause einfach so zu fotografieren…

 

Nach knapp einer Stunde Busfahrt…

 

…hat sich der Bus soweit geleert, dass ich für den Rest der Fahrt einen Sitzplatz habe.

Der Busfahrer hat uns dann auch tatsächlich an der passenden Stelle raus gelassen und ich habe mich auf die Suche nach meinem Zuhause für die nächsten 3 Wochen gemacht.

Uuuuund eine … „eigene“…

…Casa Maya gefunden!

Oben AUF diesem festen Steinhaus, mit großem Balkon und Blick auf’s Meer…
DAVON hatte ich doch in Deutschland geträumt!

Das Haus erinnert mich an die Hütten, die wir als Kinder im Wald gebaut haben. Und an die „Kinder-Spielhäuser“, die es gibt.

Unter einem tief herabhängenden Dach von Kokosblättern(?) ist es zwar „geschlossen“.
Aber irgendwie auch offen.
An viele Stellen sind von Innen Mosquitonetz angebracht, aber eigentlich geht die Luft (nicht der Wind und auch kein Sturm! Wie ich auch bereits erfahren durfte) einfach durch das Häuschen hindurch…

Und deshalb ist das Bett auch ein Mosquitonetz-Himmelbett!

Es ist klein und sie ist etwas dunkel, die Casa… daber ich bin immer wieder in diesem Bild und in meiner Kindheit: es ist wie im Kinderhaus, oder in einer selbstgebauten Höhle zu leben.

Allerdings mit elektrischem Licht (aber Kerzen gibt es auch!!!), einem Kühlschrank, einer Dusche, Kaffeemaschine und Gasherd.

Übrigens, das Schlafen unter einem Mosquitonetz will auch ein wenig geübt werden…morgens um halb fünf auf dem Weg zum WC…Aber keine Angst: ich habe den Ausgang aus dem vermeintlichen Labyrinth von Stoff noch rechtzeitig gefunden!!!

Und so nach 3 Nächsten…fühle ich mich nun also ganz glücklich und … als: Hausbesitzerin.

Jawooohl!

Hausbesitzerin auf Zeit halt.

Sogar eine graugetigerte Katze kommt mich hier abends auf meinem Balkon besuchen.

Sie setzt sich dann auf den zweiten Balkonsessel und schläft erst einmal.

Natürlich NACHDEM ich sie ausführlich gekrault habe…

Also…wenn du dir noch einen Stuhl mitbringen könntest?

Dann freue ich mich auch auf einen „Klönschnack“ mit Meeresrauschen und einem gemütlichen Fläschen Bier. Was sagst DU? 🙂

REISEN…und ALLEIN unterwegs???

REISEN…und ALLEIN unterwegs???

REISEN…und ALLEIN unterwegs???

Das ist ja interessant: Seit einigen Tagen bin ich in TULUM, ein kleines Stück südlich von CANCUN und lebe hier mit zwei ganz wunderbaren Freundinnen in einem großen, schönen AirBnB-Appartment.
Und gerade hier und jetzt denke ich nun über meine Antwort auf die Frage nach dem „ALLEINE reisen“ nach…

TULUM

TULUM ist mit wunderschöner Küste, Strand und Umgebung gesegnet.

Und mit allen Facetten des Massentourismus.

Feinster, weißer Sand, jade-grünes, glasklares Wasser in Badewannentemperatur. Überall, wo der Mensch gerade nicht eingreift, breitet sich üppig-grüner Dschungel aus.
Touristen, überwiegend jüngeren Alters und in unterschiedlichsten Bräunungsgraden schlendern am Strand, schieben sich die Hauptstraße rauf und runter, brummen auf Rollern über die holperigen Straßen.

Ja, und dann stehen und patrouillieren überall diese gutaussehenden, jungen Männer (und Frauen!) in sehr hellen „Dschungel-Uniformen“: Guardia Nacional…(Mexikanische Nationalgarde).
Militärfahrzeuge mit Soldaten in voller Kampfmontur (das muss heiß, wie in der Hölle sein!), Maschinengewehre einsatzbereit in den Händen. Wachsam und hochkonzentriert wandern ihre Blicke. In TULUM herrscht einen Bandenkrieg zwischen zwei(?) rivalisierenden Gruppen. Nachdem vor wenigen Wochen zum ersten Mal Touristen in die Schusslinie geraten waren, musste der Bürgermeister nationale Sicherheitskräfte zur Verstärkung anfordern.

Fühle ICH mich dadurch sicherer, oder beunruhigt es mich eher an die Gefahren hier so massiv erinnert zu werden?
„Touristen“ sind hier die Lebensgrundlage der Bevölkerung und damit auch aller rivalisierender Banden und die Gewalt richtet sich ganz sicher nicht auf bzw. gegen diese.

UND!

In den kleinen, einfachen Taquerias sitzen wir unter schattenspendenden Bäumen und essen die lecker-lecker-leckersten Tacos überhaupt (also ICH jetzt!). Die Menschen sind freundlich, geduldig (mit meinen fast nicht vorhandenen Spanischkenntnissen) und ich fühle mich sehr wohl und…friedlich. Irgendwie.

Paradox? Ja. Eine Welr voller einzelner Blasen, die Welt konzentriert im Kleinen und alles gleichzeitig und nebeneinander.

Spanisch…

Spanisch spreche und verstehe ich nur sehr, sehr wenig (bis JETZT!!!) und schicke also immer erst mal ein freundliches und herzliches Lächeln voraus. Das funktioniert meistens super! Wir lächeln uns an und der Kontakt von Herz zu Herz ist jenseits aller Worte angebahnt. Alles andere dann mit Spanisch-Englisch, Gesten und Google Translate, was zum Glück auch offline funktioniert.

Ich versuche mir vorzustellen, zu fühlen, wie die Menschen, die ich sehe und denen ich begegne hier leben? Wie der super adrette, saubere Taxifahrer Abends nach Hause kommt zu seiner Familie und ob er das Leben wohl leicht oder schwer findet? Was seine Freuden und seine Sorgen sein mögen?

 

Und…was ist mit der Angst?

Habe ich Angst hier zu sein und mich zu bewegen?
Das kann ich so nicht sagen. Und doch fühle ich mich auch nicht so wirklich „frei und unbefangen“ hier. Habe meine inneren Antennen besonders hochgefahren, beobachte meine Umgebung mehr als sonst. Und ich vertraue meinem inneren Navi. Sobald ich irgendwo ein „komisches“ Gefühl habe, verlasse ich den Ort. Ganz ohne rationalen Erwägungen.

DAS tue ich übrigens überall auf der Welt.

Außer in zuhause in Hamburg, dort bin ich nicht so wachsam, weil mir alles vertraut und „alltäglich“ erscheint. Und auch dort habe ich mich schon am Altonaer Busbahnhof zwischen schwarz-vermummten Molotow Cocktail Werfern wiedergefunden. Und auch dort hatte ich dieses ganz klare und beruhigende Gefühl: die meinen nicht mich. Und gleichzeitig war ich total geschockt in die Augen dieses Hasses und diser Gewalt zu schauen.

WAS in mir jedoch passiert ist in diesen Tagen in TULUM:
ich fühlte mich eine ganze Weile erstmal „sprachlos“.
Diese vielen und ganz und gar gleichzeitigen „Welten“ und „Realitäten“ muss ich erst einmal verdauen…

Ist es gefährlich (als Frau) ALLEINE zu reisen?

Grundsätzlich ganz sicher nicht, auch wenn es Ländern und Orte geben mag, wo das der Fall ist. Ich denke da an Länder, in denen Frauen schon traditionell wenig Rechte haben und in vielen für eine Europäerin „normale“ Situationen deutlich gefährdet sind.

Ich informiere mich gut, wo – an welchen Orten – ich mich rundum wohlfühlen könnte und nur diese Ziele wähle ich für mich.

Abgesehen davon, dass ich ohnehin IMMER meinem Herzen folge und mich im ersten Schritt „hinziehen“ lasse, bevor ich aktiv meine Reise organisiere…

Allein und einsam in der Welt unterwegs?

AlleinSein und EinsamSein nichts miteinander zu tun. Aber auch mal so GAR NICHTS.

Es gibt Menschen, die fühlen sich in einer Beziehung unendlich einsam, obwohl sie fast nie alleine sind. Und natürlich habe auch ich Momente, in denen ich mich einsam und – wie sagt man dann so treffend: „mich von aller Welt verlassen fühle.“ Ich habe für mich gelernt, dass dieses Gefühl allerdings rein gar nichts damit zu tun, wo und in welcher Umgebung ich gerade bin.

Einsamkeit entsteht in mir. Und nur IN mir gehe ich damit um.

Mit dem „AlleinSein“ zu spielen hilft enorm dabei! Das Wissen, dass ich nicht nur gut alleine mit mir sein kann, sondern es auch brauche und liebe (alles im passenden Maß natürlich!), hilft die eigene Einsamkeit auszuloten und mutig zu durchschreiten.

So suche ich unterwegs immer ganz bewusst Kontakt und eine gewisse Anbindung an Menschen vor Ort und auch Menschen, die ebenso unterwegs sind wie ich.

Es ist ja nicht so, dass ich alleine in der Wüste unterwegs wäre…(Meistens jedenfalls nicht! :-)).

ÜBERALL sind Menschen. Sie leben hier, sprechen vielleicht keine Sprache, die ich verstehen könnte, aber wenn ich nicht WILL, bin ich nicht alleine. Und „Herzssprache“ geht IMMER und überall!

Die Frage ist vielleicht, was du glaubst…ob Menschen grundsätzlich gefährlich sind für mich?

Ich habe mir diese Frage nie gestellt, weil ich WEISS – schon immer wusste – dass es überall hilfsbereite und herzliche Menschen GIBT.

Natürlich gibt es auch „andere“…keine Frage! Aber da vertraue ich mir, meinem Herzensnavi und meinem Leben…

Vertrauen…

Ich schaue vom Notebook hoch und da lächelt es mir zu. „Aber, ja…natürlich…DU bist jetzt dran!“:

Das Vertrauen. Vertrauen ins Leben. Vertrauen in MEIN Leben… Das lässt sich wunderbar lernen auf Reisen!

Nicht nur in TULUM…

Und natürlich MUSST du dafür nicht reisen. Es gibt so viele Wege immer mehr noch ins Vertrauen zu finden, wie es Menschen gibt und kein einziger dieser Wege ist besser, oder schlechter.

Wenn DICH aber auch das Reisen und seine Abenteuer locken…
…dann treffen wir uns vielleicht irgendwann – irgendwo auf diesem wunderschönen Planeten…
…auf einen Kaffee??? 🙂