JETZT BIN ICH HAUSBESITZERIN…

JETZT BIN ICH HAUSBESITZERIN…

Jetzt bin ich Hausbesitzerin… 🙂

Oder besser eine HausbesEtzerin?

Auf jeden Fall: nichts Ungesetzliches…aber-und:  MIT Haus.
Genau genommen mit einer „Casa Maya“…

 

Nach all dem Touristentrubel…

 

…zwischen CANCUN, PLAYA DEL CARMEN, TULUM und der wirklich WUNDERSCHÖNEN „Isla Mujeres“ hatte ich großes Verlangen nach Beschaulichkeit, mehr Ruhe und einem noch anderen Kontakt und mehr Nähe zur Natur, dem Land und den Menschen hier.

Das mit „Kontakt und Nähe zu den Menschen“, hat sich dann sofort und ganz anders realisiert, als ich gedacht hatte… 🙂

 

Ich habe mir ja vorgenommen, wann immer möglich und einigermaßen sinnvoll, den Bus für meine Überlandfahrten zu benutzen und so langsam lerne ich auch mich durch die Fahrpläne zu fräsen.
Fahrpläne bis zur nächsten, größeren Provinzstadt. Und dann? Wie komme ich nach El Cuyo? Den nächsten Strand, den ich mir ausgesucht habe?
Die Kurzversion und Antwort auf alle meine Fragen ans Universum diesbezüglich heißt:

 

Colletivo

Wenn ich also schon die Stadtbusse in CANCUN abenteuerlich fand, dann hatte ich damals aber noch keine Vorstellung davon, was ein ECHTES „Collectivo-Abenteuer“ ist!

Ich frage mich also so durch die Gegend und lande an einer Straßenecke. Ein alter Mann spricht mich an (er hat wohl gehört, dass ich auf der anderen Straßenseite nach „El Cuyo“ gefragt hatte) und als ich auf seine Frage „Si!“ antworte, zeigt er,mir, dass ich mich mal gleich zu ihm und seiner Frau auf den Kantstein an den Straßenrand setzen soll und er nun also beabsichtigt mich unter seine Fittiche zu nehmen…

Ich packe mein letztes Essen aus und teile mit ihm und seiner Frau meine beiden Mandarinen. Sie überlässt das Sprechen ihrem Mann, aber ihre Augen blitzen fröhlich. Aaaah…

 

…der Bus kommt!

 

Alle springen auf und…es ist der falsche Bus.

Lachen und Gekicher…alle Wartenden (ca. 15 Personen!!!) setzen sich wieder bzw. ziehen sich wieder in den Schatten der Hauswand zurück.

Kurze Zeit darauf erscheint der nächste, NOCH ältere und hinfälligere Bus.

Oben links auf der Windschutzscheibe stand vielleicht einst, von Hand geschrieben, irgendetwas zu Ziel, Bestimmung oder…vielleicht auch, dass der TÜV dieses Fahrzeug zur Verschrottung empfohlen hat.
Egal, was auch immer … heute kann sich keiner mehr zusammen reimen, was dort wohl einst gestanden haben könnte.

Aber ich kenne mich ja nun aus hier und habe „Begleitschutz“. 🙂

Mein nächstes wiederum rein „deutsches“ Problem: der Bus ist voll. Ich korrigiere: SEHR voll!
Alle Sitzplätze sind belegt und es stehen schon viele – in Worten: VIELE – Menschen im Bus stehen, als er vor uns anhält.

Der kleine, alte Mann möchte meinen Koffer in den Bus tragen und 2-3 junge Männer gewähren mir höflich den Vortritt. Letzteres nehme ich mal ganz gerne und sehr dankbar an, weil ich befürchte, dass hier ohnehin nicht alle von uns noch in diesen Bus reinpassen werden…
Ich hoffe jedoch, dass mein netter Bechützer mich bzw. meine Beweggründe richtig verstanden hat, als ich das Koffertragen höflich abgelehnt habe. Er ist mindestens einen Kopf kleiner als ich…und wahrscheinlich 20 Jahre älter. Da kann ich ihn doch nicht meinen Koffer tragen lassen! Obwohl es vielleicht auch eher ein Köfferchen ist…
Ach, Schei…“Emanzipation“! :-))))

 

OJEH.

 

Als ich im Bus stehe, mein Köffechenr zwischen den Beinen (damit es nicht umfällt beim Bremsen – obwohl: hier fällt bestimmt GAR NICHTS mehr um. Auch nicht beim Bremsen…), eingezwängt zwischen einer jungen Frau und einem amerikanischen Rucksack Traveller, versuche ich mich zu erinnern, was Google Maps gesagt hatte: „WIE weit war es mal noch von Tizimin nach El Cuyo?“

Und dann war es doch viel entspannter, als zunächst befürchtet.

Alle Fenster, alle Türen des Busses stehen permanent offen und es ist angenehm temperiert. Die Menschen wahren irgendwie ihren Raum, sind aber sehr höflich und freundlich miteinander. Und auch mit mir. Ich beobachte Mütter, die mit 2-3 Kindern auf nur zwei Sitzen verteilt, schlafen. Eine Frau mit einem vielleicht 5 Jahre alten, schlafenden Kind in den Armen (RESPEKT für diesen Kraftakt!) steigt ein und der ganze Bus ruckelt sich zurecht, bis ein junger Mann, der aufstehen musste, weil seine Frau ihn hochgescheucht hat :-), um einen Sitzplatz frei zu machen, auch einen Stehplatz gefunden hat, wo er noch ausreichend ein- und ausatmen kann…

Drei Reihen vor mir ein Pärchen, das eher unruhig und gestresst wirkt.

Gegen Ende der Reise, die letztendlich gut 1,5 Std. dauert, erfahre ich, dass es Deutsche sind.

Sie fragen MICH, ob ich nicht den Busfahrer fragen könnte, wo wir in El Cuyo aussteigen sollten. Ich würde doch wohl so gut Spanisch sprechen… :-)))))
Ich glaube, so blöd habe ich lange nicht aus der Wäsche geschaut!

Aber „Auf! Denn!!!“ Ich habe also einen Ruf zu verlieren! 🙂 🙂 🙂

Ich kommuniziere zwar mit den Menschen und komme so durchaus „zurecht“, aber ich spreche eben nur wenige Sätze und Worte Spanisch. Bisher. Das soll sich ja (ich sagte es schon, oder???) noch ändern…

 

Gut beschützt

 

Die Frontscheibe des Busses hat eine große „Spider-App“… Mitten über der Scheibe hängen tatsächlich gleich ZWEI Jesus-Kreuze. Doppelt hält wohl besser und ich gehe mal sehr davon aus, dass diese beiden, armen …Angenagelten…auf jeden Fall Schlimmeres, als besagte „Spider-App“, bisher verhindert haben.

 

Der Busfahrer kannte übrigens jedes einzelne Schlagloch und jede einzelne verkehrsberuhigende Bodenwelle mit Vornamen und hat uns (inklusive aller Schlafenden!), sehr sicher und vorsichtig hinüber transportiert!

Respekt.

Zwischendurch haben wir einige Male in kleinen Dörfern gehalten und ich habe zum ersten Mal ein wirkliches Maya Dorf gesehen: traditionelle Maya Hütten mit Schildern im Vorgarten wie „hier gibt es Internet!“. Oder „Wir verkaufen kalte Coke!“…

Ich bin sehr beeindruckt von dieser fremden Welt. Abgesehen davon, dass mir meine Handykamera in solchen Momenten überhaupt nicht in den Sinn kommt, fühlt es sich irgendwie nicht gut an, Menschen und ihr Zuhause einfach so zu fotografieren…

 

Nach knapp einer Stunde Busfahrt…

 

…hat sich der Bus soweit geleert, dass ich für den Rest der Fahrt einen Sitzplatz habe.

Der Busfahrer hat uns dann auch tatsächlich an der passenden Stelle raus gelassen und ich habe mich auf die Suche nach meinem Zuhause für die nächsten 3 Wochen gemacht.

Uuuuund eine … „eigene“…

…Casa Maya gefunden!

Oben AUF diesem festen Steinhaus, mit großem Balkon und Blick auf’s Meer…
DAVON hatte ich doch in Deutschland geträumt!

Das Haus erinnert mich an die Hütten, die wir als Kinder im Wald gebaut haben. Und an die „Kinder-Spielhäuser“, die es gibt.

Unter einem tief herabhängenden Dach von Kokosblättern(?) ist es zwar „geschlossen“.
Aber irgendwie auch offen.
An viele Stellen sind von Innen Mosquitonetz angebracht, aber eigentlich geht die Luft (nicht der Wind und auch kein Sturm! Wie ich auch bereits erfahren durfte) einfach durch das Häuschen hindurch…

Und deshalb ist das Bett auch ein Mosquitonetz-Himmelbett!

Es ist klein und sie ist etwas dunkel, die Casa… daber ich bin immer wieder in diesem Bild und in meiner Kindheit: es ist wie im Kinderhaus, oder in einer selbstgebauten Höhle zu leben.

Allerdings mit elektrischem Licht (aber Kerzen gibt es auch!!!), einem Kühlschrank, einer Dusche, Kaffeemaschine und Gasherd.

Übrigens, das Schlafen unter einem Mosquitonetz will auch ein wenig geübt werden…morgens um halb fünf auf dem Weg zum WC…Aber keine Angst: ich habe den Ausgang aus dem vermeintlichen Labyrinth von Stoff noch rechtzeitig gefunden!!!

Und so nach 3 Nächsten…fühle ich mich nun also ganz glücklich und … als: Hausbesitzerin.

Jawooohl!

Hausbesitzerin auf Zeit halt.

Sogar eine graugetigerte Katze kommt mich hier abends auf meinem Balkon besuchen.

Sie setzt sich dann auf den zweiten Balkonsessel und schläft erst einmal.

Natürlich NACHDEM ich sie ausführlich gekrault habe…

Also…wenn du dir noch einen Stuhl mitbringen könntest?

Dann freue ich mich auch auf einen „Klönschnack“ mit Meeresrauschen und einem gemütlichen Fläschen Bier. Was sagst DU? 🙂

REISEN…und ALLEIN unterwegs???

REISEN…und ALLEIN unterwegs???

REISEN…und ALLEIN unterwegs???

Das ist ja interessant: Seit einigen Tagen bin ich in TULUM, ein kleines Stück südlich von CANCUN und lebe hier mit zwei ganz wunderbaren Freundinnen in einem großen, schönen AirBnB-Appartment.
Und gerade hier und jetzt denke ich nun über meine Antwort auf die Frage nach dem „ALLEINE reisen“ nach…

TULUM

TULUM ist mit wunderschöner Küste, Strand und Umgebung gesegnet.

Und mit allen Facetten des Massentourismus.

Feinster, weißer Sand, jade-grünes, glasklares Wasser in Badewannentemperatur. Überall, wo der Mensch gerade nicht eingreift, breitet sich üppig-grüner Dschungel aus.
Touristen, überwiegend jüngeren Alters und in unterschiedlichsten Bräunungsgraden schlendern am Strand, schieben sich die Hauptstraße rauf und runter, brummen auf Rollern über die holperigen Straßen.

Ja, und dann stehen und patrouillieren überall diese gutaussehenden, jungen Männer (und Frauen!) in sehr hellen „Dschungel-Uniformen“: Guardia Nacional…(Mexikanische Nationalgarde).
Militärfahrzeuge mit Soldaten in voller Kampfmontur (das muss heiß, wie in der Hölle sein!), Maschinengewehre einsatzbereit in den Händen. Wachsam und hochkonzentriert wandern ihre Blicke. In TULUM herrscht einen Bandenkrieg zwischen zwei(?) rivalisierenden Gruppen. Nachdem vor wenigen Wochen zum ersten Mal Touristen in die Schusslinie geraten waren, musste der Bürgermeister nationale Sicherheitskräfte zur Verstärkung anfordern.

Fühle ICH mich dadurch sicherer, oder beunruhigt es mich eher an die Gefahren hier so massiv erinnert zu werden?
„Touristen“ sind hier die Lebensgrundlage der Bevölkerung und damit auch aller rivalisierender Banden und die Gewalt richtet sich ganz sicher nicht auf bzw. gegen diese.

UND!

In den kleinen, einfachen Taquerias sitzen wir unter schattenspendenden Bäumen und essen die lecker-lecker-leckersten Tacos überhaupt (also ICH jetzt!). Die Menschen sind freundlich, geduldig (mit meinen fast nicht vorhandenen Spanischkenntnissen) und ich fühle mich sehr wohl und…friedlich. Irgendwie.

Paradox? Ja. Eine Welr voller einzelner Blasen, die Welt konzentriert im Kleinen und alles gleichzeitig und nebeneinander.

Spanisch…

Spanisch spreche und verstehe ich nur sehr, sehr wenig (bis JETZT!!!) und schicke also immer erst mal ein freundliches und herzliches Lächeln voraus. Das funktioniert meistens super! Wir lächeln uns an und der Kontakt von Herz zu Herz ist jenseits aller Worte angebahnt. Alles andere dann mit Spanisch-Englisch, Gesten und Google Translate, was zum Glück auch offline funktioniert.

Ich versuche mir vorzustellen, zu fühlen, wie die Menschen, die ich sehe und denen ich begegne hier leben? Wie der super adrette, saubere Taxifahrer Abends nach Hause kommt zu seiner Familie und ob er das Leben wohl leicht oder schwer findet? Was seine Freuden und seine Sorgen sein mögen?

 

Und…was ist mit der Angst?

Habe ich Angst hier zu sein und mich zu bewegen?
Das kann ich so nicht sagen. Und doch fühle ich mich auch nicht so wirklich „frei und unbefangen“ hier. Habe meine inneren Antennen besonders hochgefahren, beobachte meine Umgebung mehr als sonst. Und ich vertraue meinem inneren Navi. Sobald ich irgendwo ein „komisches“ Gefühl habe, verlasse ich den Ort. Ganz ohne rationalen Erwägungen.

DAS tue ich übrigens überall auf der Welt.

Außer in zuhause in Hamburg, dort bin ich nicht so wachsam, weil mir alles vertraut und „alltäglich“ erscheint. Und auch dort habe ich mich schon am Altonaer Busbahnhof zwischen schwarz-vermummten Molotow Cocktail Werfern wiedergefunden. Und auch dort hatte ich dieses ganz klare und beruhigende Gefühl: die meinen nicht mich. Und gleichzeitig war ich total geschockt in die Augen dieses Hasses und diser Gewalt zu schauen.

WAS in mir jedoch passiert ist in diesen Tagen in TULUM:
ich fühlte mich eine ganze Weile erstmal „sprachlos“.
Diese vielen und ganz und gar gleichzeitigen „Welten“ und „Realitäten“ muss ich erst einmal verdauen…

Ist es gefährlich (als Frau) ALLEINE zu reisen?

Grundsätzlich ganz sicher nicht, auch wenn es Ländern und Orte geben mag, wo das der Fall ist. Ich denke da an Länder, in denen Frauen schon traditionell wenig Rechte haben und in vielen für eine Europäerin „normale“ Situationen deutlich gefährdet sind.

Ich informiere mich gut, wo – an welchen Orten – ich mich rundum wohlfühlen könnte und nur diese Ziele wähle ich für mich.

Abgesehen davon, dass ich ohnehin IMMER meinem Herzen folge und mich im ersten Schritt „hinziehen“ lasse, bevor ich aktiv meine Reise organisiere…

Allein und einsam in der Welt unterwegs?

AlleinSein und EinsamSein nichts miteinander zu tun. Aber auch mal so GAR NICHTS.

Es gibt Menschen, die fühlen sich in einer Beziehung unendlich einsam, obwohl sie fast nie alleine sind. Und natürlich habe auch ich Momente, in denen ich mich einsam und – wie sagt man dann so treffend: „mich von aller Welt verlassen fühle.“ Ich habe für mich gelernt, dass dieses Gefühl allerdings rein gar nichts damit zu tun, wo und in welcher Umgebung ich gerade bin.

Einsamkeit entsteht in mir. Und nur IN mir gehe ich damit um.

Mit dem „AlleinSein“ zu spielen hilft enorm dabei! Das Wissen, dass ich nicht nur gut alleine mit mir sein kann, sondern es auch brauche und liebe (alles im passenden Maß natürlich!), hilft die eigene Einsamkeit auszuloten und mutig zu durchschreiten.

So suche ich unterwegs immer ganz bewusst Kontakt und eine gewisse Anbindung an Menschen vor Ort und auch Menschen, die ebenso unterwegs sind wie ich.

Es ist ja nicht so, dass ich alleine in der Wüste unterwegs wäre…(Meistens jedenfalls nicht! :-)).

ÜBERALL sind Menschen. Sie leben hier, sprechen vielleicht keine Sprache, die ich verstehen könnte, aber wenn ich nicht WILL, bin ich nicht alleine. Und „Herzssprache“ geht IMMER und überall!

Die Frage ist vielleicht, was du glaubst…ob Menschen grundsätzlich gefährlich sind für mich?

Ich habe mir diese Frage nie gestellt, weil ich WEISS – schon immer wusste – dass es überall hilfsbereite und herzliche Menschen GIBT.

Natürlich gibt es auch „andere“…keine Frage! Aber da vertraue ich mir, meinem Herzensnavi und meinem Leben…

Vertrauen…

Ich schaue vom Notebook hoch und da lächelt es mir zu. „Aber, ja…natürlich…DU bist jetzt dran!“:

Das Vertrauen. Vertrauen ins Leben. Vertrauen in MEIN Leben… Das lässt sich wunderbar lernen auf Reisen!

Nicht nur in TULUM…

Und natürlich MUSST du dafür nicht reisen. Es gibt so viele Wege immer mehr noch ins Vertrauen zu finden, wie es Menschen gibt und kein einziger dieser Wege ist besser, oder schlechter.

Wenn DICH aber auch das Reisen und seine Abenteuer locken…
…dann treffen wir uns vielleicht irgendwann – irgendwo auf diesem wunderschönen Planeten…
…auf einen Kaffee??? 🙂

 

REGEN?…ECHT???

REGEN?…ECHT???

Regen?…ECHT???

Der Regen vor meinem Fenster weckt mich. Regen? Es SCHÜTTET, wie aus Eimern! Oder doch nicht?
Ich komme langsam zu mir und realisiere, dass es das Meer ist, dass da draußen braust. Kein Regen.
Und ich bin auch nicht zuhause in meiner Wohnhöhle, ich bin in einem kleinen, gemütlichen Appartement in Cancun und direkt am hellgrün-türkisblauen Meer. Und wieder lausche ich dem Meer. Es ist nicht still und gemütlich. Es ist energisch und kraftvoll.
Einen Moment lang überlege ich, ob ich mir nicht jetzt gerade lieber Ruhe wünsche…
Denn gestern war ich…

…im Maya Museum!

Und auch in der direkt angeschlossenen Ausgrabungsstätte „St. Miguelito“.
Im Museum wird das Alltagsleben, die verschiedenen Epochen, die Weltsicht u.v.m. geschildert und dazu jede Menge „Selbstgetöpfertes“ gezeigt.
Viel mehr genossen habe ich dann den anschließenden Rundgang durch den Dschungel… Ich hoffe, ich war angemessen ehrfürchtig den ca. 3000 Jahre alten Steinen gegenüber!
Fasziniert jedoch haben mich die unterschiedlichen und unterschiedlich großen! Leguane, die Vögel, die Bäume und Pflanzen…
Kein Autolärm, kein Meeresbrausen. Nur Rascheln und Wispern überall. Vögel, die sich etwas zurufen und eine ganz eigene Welt voller fremder Gerüche und Geräusche. Eine eigene wild-lebendige Welt in einer (hier ganz kleinen) grünen Glaskugel.
Nur wenige Besucher waren unterwegs und mit einem ganz netten amerikanisch-mexikanischen Pärchen habe ich ein paar Worte gewechselt und ihnen den „Iguana negra“, einen schwarzen Leguan, der in einer Astbiegung vor sich hin schnarchte, gezeigt.

Da die Frau UNGLAUBLICH stark parfümiert war, habe ich aber schnell wieder das Weite bzw. Abstand gesucht. Meine Nase ist sehr fein und oft nehme ich auch die Energien eines Ortes über die Nase wahr. Diese starken, synthetischen Duftstoffe sind da für mich eine extreme! Form von Umweltverschmutzung…Unser Geruchssinn ist doch einer unserer elementarsten, lebensnotwendigsten Sinne und ohne ihn hätte die Menschheit nicht überlebt. Dieser übermäßige Gebrauch von synthetischen Duftstoffen, trennt uns jedoch von unserer natürlichen Lebensumgebung. Wie Vieles können wir dann gar nicht mehr wahrnehmen. Und schmecken! Aber das alles ist ja ein ganz eigenes Thema…

Auch wenn es in der kleinen Dschungeloase einfach nur erholsam-schön war, so hatte der Tag doch auch seine abenteuerlichen Seiten…

…ich bin Bus gefahren!

Spanisch spreche ich nur wenige Brocken „un poquito“ und leider sind die meisten Menschen, die hier irgendwo im Service arbeiten in Bezug auf Englisch auf dem gleichen Stand…Aber alle sind sehr freundlich und vor allem: sie haben Zeit. Keiner rennt irgendwie von A nach B und wäre gestresst, wenn ich eine Frage stelle. Da macht es nichts, wenn ich erst mal „Google translate“ bemühen muss. Und „Herzsprache“ funktioniert ja immer. Ich „ahne“ dann ganz oft, was mein Gegenüber mir sagen will, ohne dass ich erklären kann woher dieses Wissen kommt.

Der Busfahrer hat natürlich keine Zeit… Aber soweit musste ich ja auch erst einmal kommen, dass ich einsteigen konnte in einen dieser ziemlich klapperigen Busse…

Erendida hat mich am Montag Abend vom Flughafen abgeholt und beim Ankommen gesagt, dass „hier“ der Bus in die Stadt fährt. Die Haltestelle vor der Anlage, auf die sie dabei zeigte, konnte ich im Dunkeln nicht erkennen.

Tja, und da war auch keine.

So bin ich also an der Straße entlang Richtung Stadt gelaufen und dachte es käme dann wohl bald eine Haltestelle. Kam aber nicht. Und es war auch ziemlich doof an dieser großen Straße neben stinkenden Fahrzeugen zu laufen. Und Busse kamen zu Hauf! Sie fuhren nur leider alle an mir vorbei…
Dank zweier netter Security-Menschen, die ich endlich ansprach und die dann für mich den Bus mal eben angehielten, habe ich endlich verstanden, wie das Busfahren hier funktioniert!

Ich muss dem Bus ein deutliches Zeichen geben, indem ich den Arm hebe.
Auch an Haltestellen (die es weiter in der Stadt gibt), hält der jeweilige Bus nur, wenn ihm jemand ein Zeichen gibt.
Ja, und diese Busfahrer fahren z.T. – an deutschen Verhältnissen gemessen – wie die Verrückten. Ganz links auf der Überholspur, das Handy gerade am Ohr und direkt vor uns winkt jemand, der mit will? Kein Problem…
Ein Mopedfahrer ganz rechts am Straßenrand, ein weiterer ganz links? Kein Problem…da passt so’n Bus doch locker mittendurch. UND: es fühlt sich nicht gefährlich an. Es ist einfach ein anderer „Stil“ und alle Verkehrsteilnehmer scheinen sich einig zu sein und achten aufeinander.

Nach meinem ersten Busabenteuer und dem Maya Museum mit Dschungelausflug bin ich dann richtig mutig geworden und gleich noch weiter in die Stadt hineingefahren. Was nicht ganz einfach ist. Du musst dem Busfahrer sagen, wo du hin willst…
So habe ich mich also für den „Markt 23“ entschieden und der Busfahrer hat mich irgendwo in der Innenstadt abgesetzt. Im Reiseführer stand, dass es sich um einen bunten Markt handelt, der auch viel von Einheimischen frequentiert wird und auf dem einfach ALLES zu haben ist. Ja, und den habe ich nicht gefunden. Aber immerhin einen großen Supermarkt, in dem ich mich mit allen Dingen, die ich nötig brauchte versorgen konnte.

Und wieder zurück zu „meinem“ Strand und Appartment………..
Dem Busfahrer gesagt wohin ich will und dann die Fahrt durch die Stadt zurück genossen…Na,ja. Es war voll und super viel Parfum im Bus…das hatte ich doch heute schon mal?
Als der Busfahrer anhält und mich freundlich auffordernd anguckt, sage ich spontan: „No! Eso no es Cancun Plaza!“ Der Busfahrer: „Si! Eso es…“ Gucke ich also nochmal…und er hatte Recht! Ich hatte aus dieser Richtung noch nie auf die Anlage geschaut… Da ich zum Glück aus dem Alter, wo mir irgendetwas peinlich ist, gerade heraus bin, musste ich sooo lachen und bin schnell aus dem Bus gehüpft. Der Busfahrer hat auch herzlich gelacht, mir beim Abfahren noch zugewunken und kurz gehupt.

Na, super…Mexiko ist fröhlich!
Und sicher auch noch für das eine und andere Abenteuer gut…

Meer und mehr…

Meer und mehr…

 

Meer und mehr…

Heute morgen habe ich dem Meer gelauscht. Ich habe mich zu ihm gesetzt und mit dem Herzen gehört. Es war noch dunkel, so dass die Sonne uns nicht stören konnte. Ich habe gelauscht und das Meer hat geschwiegen. Es war, als würde es vor Staunen den Atem anhalten und versuchen ganz besonders still zu sein. „Warum?“ habe ich gefragt. „Pssss…ich will Dich nicht erschrecken…“ „O, von Herzen DANKE! Du weißt, dass ich Angst vor Dir habe…“ Da musste es ein wenig glucksen und sagte: „Das ist schon komisch! Ich bin Du…und Du hast Angst vor mir!“ Jetzt prustete das Meer ein wenig vor Lachen und ein paar Wasserspritzer erreichten mich auf meinen Stein. „Ich respektiere und achte Deine Ängste.“ sagte es leise zu mir. Plötzlich hatte ich Tränen in den Augen und wusste nicht, warum. Wir schwiegen.Sonnenaufgang Meer

Mir fiel ein, dass auch meine Tränen einen nicht unbedeutenden Salzgehalt haben: Im menschliche Körper mit seinen unterschiedlichen Körperflüssigkeiten, ist eine ganze Tasse Salz gelöst! Gleich fühlte ich mich ihm viel mehr verbunden. Verbunden mit dem Meer. „Wo immer ich hinkomme, suche ich Dich…“ sagte ich. „Du suchst DICH. In mir.“ Das Meer schickte zur Bekräftigung ein paar energisch-brausende Wellen an die Felsen, auf denen ich saß. Ich erschauerte und legte meine Hand schnell auf mein Herz. Es klopfte in einem ganz ähnlichen Rhythmus, wie das Meer, nur viel schneller. Ich rutschte ein wenig tiefer zum Meer hin und erlaubte dem Meer mit meinen Füßen zu spielen. „Dann habe ich also Angst vor mir selbst?“ überlegte ich. Das Meer antwortete nicht. Ein leichtes, rosafarbenes Glitzern lief vom Horizont her, über das Meer und direkt auf mich zu: die Sonne tastete mit ersten, warmen Strahlen einem neuen Tag entgegen.

Torrevieja, 28.10.2021

Torrevieja…

50 km südlich von Alicante und an der spanischen Costa Brava gelegene Kleinstadt ist meine „letzte Tankstelle vor der Grenze“. Obwohl…es ist natürlich die Co.liv.finca von Ela Krieger in Torrevieja! Obwohl…NATÜRLICH sind es Ela und Pauline!

Dieses unhandlich-sperrige und zuweilen doch sehr scharfkantige „Entweder-oder“ habe ich übrigens zuhause gelassen. Ich habe es nicht finden können. Und ich habe nicht nach ihm gesucht…

Tagsüber ist es warm genug, um im Meer zu schwimmen und dieser intensiv-blaue Himmel lässt sowieso die Anspannung und den großen Druck, der sich in den letzten Wochen und Monaten direkt um mich herum aufgebaut und mit scharfen Klauen nach mir gegriffen hat, einfach verblassen.

Und die Sonne strahlt sowieso mit meiner Freude und meinem Herzen um die Wette…

Mit Ela und Pauline verbindet mich tiefe, vertraute Herzensfreundschaft. Eine Freundschaft, die das Vertrauen beinhaltet, sich einander zuzumuten. Egal, wie ich – wie das Leben – gerade ist.

Wir schlendern gemeinsam über Märkte, wandern am Strand und trinken Coffee con leche in der Sonne. Suchen Spuren von Römern und Katharern in Cartagena und schweigen gemeinsam, um die Flamingos in den Salzseen im Abendlicht nicht zu stören.              Michael nimmt mich mit seinem Segelboot mit hinaus auf’s Meer und ich wundere mich kein bisschen mehr über mein Leben, wenn er dabei von seiner Liebe zu Südamerika und insbesondere Mexiko erzählt…

Und da ist sie wieder, diese angenehme, kribbelige Aufregung vor dem Aufbruch ins Unbekannte.

Dem Sprung über den Atlantik in eine nochmal ganz fremde Welt.

Ganz bald…

Bis dahin genieße ich noch ein paar Tage meine wunderbare „Tankstelle“…